Deutsches Institut für Normung : Alles geregelt: DIN feiert 100. Jubiläum in Berlin

Im Tiergartener Vereinssitz zeigt eine Ausstellung die Bedeutung vieler Normen für das tägliche Leben – aber auch für neue Technologien.

von
Seit sechs Jahren trägt der Platz an der Kurfürsten-, Ecke Burggrafenstraße den Namen des Deutschen Instituts für Normung (DIN).
Seit sechs Jahren trägt der Platz an der Kurfürsten-, Ecke Burggrafenstraße den Namen des Deutschen Instituts für Normung (DIN).Foto: Thilo Rückeis

Gesetze, Vorschriften und Normen regulieren vieles im Alltag deutscher Bürger – und dazu trägt seit 100 Jahren maßgeblich das Deutsche Institut für Normung (DIN) bei. Das Spektrum reicht vom Papierformat DIN A4 oder der Stabilität von Zahnbürstenborsten bis zu Zukunftsthemen wie der Energiewende, neuen Technologien für Städte („Smart Cities“), IT-Sicherheit oder vernetzten Industrieanlagen („Industrie 4.0“). Zum Jubiläum gibt es nun eine Ausstellung im Schauraum „NormenWerk“ des Dienstsitzes in Tiergarten.

Die Historie des gemeinnützigen Vereins reicht bis zum „Normenausschuss der deutschen Industrie“ zurück. 1917 war ein Kegelstift für Maschinen das erste genormte Produkt. Heute gibt es fast 34.000 Normen, die aber nicht direkt von den rund 600 Mitarbeitern des DIN und zweier Tochtergesellschaften festgelegt werden. „Die Inhalte kommen von etwa 33.000 Experten in der Wirtschaft“, sagt Sprecher Oliver Boergen. Das Institut moderiert den Einigungsprozess, lädt oft Fachleute ein und veröffentlicht die Normen. Deren Verkauf an Betriebe ist eine der Haupteinnahmequellen.

" YuMi" vom Hersteller ABB ist ein Roboter für die Kleinteilmontage. Die Bauform schützt Menschen vor Verletzungen.
" YuMi" vom Hersteller ABB ist ein Roboter für die Kleinteilmontage. Die Bauform schützt Menschen vor Verletzungen.Foto: Cay Dobberke

In der multimedialen Ausstellung stehen neue Trends im Mittelpunkt. So können Gäste einen „kollaborativen Roboter“ sehen, der so gebaut wurde, dass er Menschen nicht schwer verletzen kann. Ein anderes Gerät zeigt, wie aus dem virtuellen Abbild eines Fußes ein maßgefertigter Schuh entsteht. Etwas abstrakter ist das Thema „Digitalisierung der Energiewirtschaft“, ganz anschaulich dagegen eine Paketbox für Hauseingangstüren.

Die Schau läuft montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr, der Eintritt ist frei. Gruppen können Führungen vereinbaren (per E-Mail an presse@din.de). Der direkte Eingang zum „NormenWerk“ liegt an der Budapester Straße 31. Alternativ gelangt man über Haupteingang an der Burggrafenstraße 6 hinein. Dort, an der Ecke zur Kurfürstenstraße, ist das Institut auch der Namenspatron des „DIN-Platzes“.

Papiergrößen, Absatznägel für Schuhe und Feuerlöscher als Beispiele für die vielen DIN-Normen.
Papiergrößen, Absatznägel für Schuhe und Feuerlöscher als Beispiele für die vielen DIN-Normen.Foto: Cay Dobberke
Die linke Treppe ist genormt, die rechte nicht: DIN-Sprecher Oliver Boergen in der Ausstellung.
Die linke Treppe ist genormt, die rechte nicht: DIN-Sprecher Oliver Boergen in der Ausstellung.Foto: Cay Dobberke


» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben