Berlin : Deutsches Technikmuseum: Mach das Tor auf!

An insgesamt elf geschichtsträchtigen Orten in Berlin wird die Teilung der Stadt jetzt in Tondokumenten wieder erlebbar gemacht. Mit Reportagen, Interviews und anderen Originaltönen werde deutsch-deutsche Geschichte nachempfunden, sagte Projektleiter Joseph Hoppe vom Deutschen Technikmuseum am Freitag in Berlin. Historische Töne im Stadtraum seien eine völlig neue Erfahrung, sagte Hoppe. Er verwies auf die emotionalen Erinnerungen, die mit der Teilung Berlins und dem Bau der Mauer verbunden seien.

Über Lautsprecher können Besucher Berichten über gescheiterte und geglückte Fluchten, Panzergeräuschen und Jubelempfängen bei Staatsbesuchen lauschen. Das Projekt Hörstelle will bis zum 9. November Radiogeschichte an Originalschauplätze zurückholen. Hörstellen in Berlin wurden erstmals im vergangenen Jahr mit fünf Installationen erprobt. Aus Anlass des 40. Jahrestages des Mauerbaus kamen sechs neue Orte hinzu. Die Tondokumente wurden aus dem Archiv des Senders RIAS zusammengestellt. Insgesamt drei Stunden Originalberichte kamen so zustande. Stationen sind unter anderem das Reichstagsgebäude, die Bernauer Straße und der Checkpoint Charlie. Auch die wechselvolle Geschichte des Brandenburger Tores wird in den Radio-Dokumenten von 1932 bis 1997 manifestiert. Eine Reportage über die Arbeiten zum Mauerbau ist dort zu hören, im Hintergrund übertönt das Rattern eines Presslufthammers die Stimme des RIAS-Reporters. Außerdem wird der Aufruf des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan "Open this gate" wieder in Erinnerung gerufen. Die Geräusche von Hammer und Meißel, mit denen Souvenirjäger allmählich den ehemaligen Sperrwall abgetragen haben, symbolisieren das Ende der Mauer.

Auf einer weiteren Station der Hörstellen, dem Schlossplatz in Berlin-Mitte, wird eine Militärparade der DDR-Regierung am 1. Mai aus dem Archiv des DDR-Rundfunks übertragen. Vor der Fassade des Palastes des Republik kann die historische Entscheidung der Volkskammer über das Ende des DDR mit einer Rede des damaligen Abgeordneten Gregor Gysi angehört werden.

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