• Deutschlandhalle: "Haus des Eissports" - Eishockey-Capitals legen Pläne für einen Umbau der Arena vor

Berlin : Deutschlandhalle: "Haus des Eissports" - Eishockey-Capitals legen Pläne für einen Umbau der Arena vor

Claus Vetter

Der Eissporthalle an der Jafféstraße droht wegen der geplanten Erweiterung des Südeingangs zum Messegelände der Abriss, der Umbau der Deutschlandhalle zur Eissport-Arena ist in der Schwebe. Wohin mit den Capitals und den anderen Berliner Eishockey-Spielern? Vorschläge, wie man der Misere Herr werden könnte, kommen von den Capitals selbst, die mit Profimannschaft und Nachwuchs vor unsicherer Zukunft stehen. Laut Jochen Börner, Vorsitzender des Aufsichtsrates, könnte die Deutschlandhalle zu einem "Haus des Eissports" umfunktioniert werden. Dort gäbe es dann Platz für viele Vereine, denn die von den Capitals gewünschten - mit 24 Millionen Mark veranschlagten - Umbaumaßnahmen sehen eine zweite Eisfläche in der einstigen Reithalle unter der Südtribüne vor.

Dass die Diskussionen um den Umbau der Deutschlandhalle beim Senat leiser werden, seit Siemens eine Multifunktionshalle plant, ärgert Börner: "Die Capitals sind nicht an der Planung der Arena in Siemensstadt beteiligt. Wir wissen nicht, zu welchen Bedingungen und wann wir überhaupt in dieser Halle spielen können. Das sind alles ungelegte Eier." Man würde daher einen Umbau der Deutschlandhalle nach wie vor favorisieren. Baubeginn sollte nach Vorstellungen Börners noch in diesem Jahr sein. Nach Plänen, die den Capitals vorliegen, könnten alle Umbaumaßnahmen bereits binnen neun Monaten abgeschlossen werden. "Damit würden alle Probleme, die Messe, Capitals und Breitensport haben, gelöst."

Auch beim Berliner Eissport-Verband (BEV) kann man mit der geplanten Mehrzweckarena in Siemensstadt wenig anfangen. "Wir können nicht länger mit Plänen oder Provisorien leben, wir brauchen kurzfristig mehr Eishallen", sagt der erste Vorsitzende des BEV, Walter Bergmann. Geht es nach Andreas Statzkowski, dem christdemokratischen Sportstadtrat von Charlottenburg, dann wird zumindest der Breitensport in Berlin bald wieder eine Eisfläche mehr zur Verfügung haben. Laut dem Baustadtrat soll die seit Jahren geschlossene Eisfläche an der Glockenturmstraße wieder fit gemacht werden. Dabei gibt es zwei Modelle: Die luxuriöse Variante würde 15 Millionen Mark kosten und sähe den Bau einer Halle über die bisherige Freiluftanlage vor. Die Sparversion würde eine Million Mark verschlingen, und für die setzt sich Andreas Statzkowski ein: Wenn vom Senat kein Geld kommt, dann müsse man die Mittel im Bezirk aufbringen.

1996 musste die Eisfläche auf dem Vereins-Gelände des Berliner Schlittschuh Clubs geschlossen werden. Die betagte Eisaufbereitungsanlage, noch aus dem seligen Sportpalast, hatte ihren Geist aufgegeben. Bei der kostengünstigeren Umbau-Variante müsste eine neue Anlage installiert werden, sind Reparaturen an Bande und Kabinen erforderlich. "Wir stehen dieser Idee sehr positiv gegenüber", sagt Detlef Wartenberg, Präsident des Berliner Schlittschuh Clubs, "und würden die Eisbahn gerne wieder betreiben."

Denn seitdem an der Glockenturmstraße Tauwetter ist, gleiten dem Club die Mitglieder davon. In der Eishockey-Abteilung habe man einen Mitgliederschwund von 50 Prozent zu verzeichnen, sagt Wartenberg. "Wegen fehlender Beiträge ist uns ein finanzieller Schaden entstanden." Das Training der Eishockey-Mannschaften, das früher zum Teil an der Glockenturmstraße abgehalten wurde, sei zum Abenteuer geworden. Selbst das Regionalliga-Team kann nur einmal pro Woche aufs Eis.

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