Berlin : Deutschlandhalle: Veranstaltungsort bald wieder offen

Claus Vetter

Die Capitals werden vermutlich nicht nach Hohenschönhausen umziehen müssen, sondern können in Charlottenburg bleiben. Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen habe gestern angekündigt, die Deutschlandhalle für mehrere Jahre in eine Eisportarena umzuwandeln, sagte der CDU-Fraktionssprecher Markus Kauffmann. Später soll eine neue Großarena die Platzprobleme lösen. Da die Eissporthalle wegen der geplanten Messeerweiterung abgerissen werden soll, fehlt den Berlin Capitals dann eine Spielstätte. Die bisherigen Pläne sahen vor, dass die Caps in der Halle der Eisbären spielen sollten. Die Capitals begrüßten gestern die Ankündigung Diepgens.

Eissporthalle, Capitals und die Frage nach dem Spielort für den Profi-Eishockeyklub waren gestern auch Thema im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses. Auch der Ausschuss lehnt einen Abriss der Eissporthalle Jafféstraße ohne Ersatz ab. Alle Fraktionen beschlossen am Dienstag, dem Senat mitzuteilen, dass sie dem Abriss der Eishockey-Spielstätte nicht zustimmen, "wenn nicht sowohl für die Capitals als auch für die Amateure in dieser Sportart ein Ersatzstandort nachgewiesen ist". Bereits am Montag hatte der SPD-Landesvorstand beschlossen, dass die Eissporthalle stehen bleiben solle, bis ein Ersatzstandort gefunden ist. Dafür komme die Deutschlandhalle ebenso in Betracht wie andernorts hergerichtete und für den Eissport nutzbare Hallen, hieß es gestern im Ausschuss.

Ferner lehnte auch der Ausschuss einen Umzug der Capitals in das Sportforum Hohenschönhausen, die Spielstätte des zweiten Berliner Profi-Klubs im Eishockey, der Eisbären, ab. Offenbar gibt es bei der Eissporthalle auch Meinungsverschiedenheiten in der Union. Axel Rabbach, der sportpolitische Sprecher der CDU, stellte die Frage, ob ein Abriss der Eissporthalle überhaupt nötig sei. Fraktionschef Landosky hatte dagegen stets betont, dass kein Weg an einem Abriss vorbeiführe.

Ferner kritisierten die Abgeordneten Sportstaatssekretär Frank Ebel für seinen Umgang mit den Capitals vor der Unterzeichnung des Nutzungsvertrages für die Eissporthalle. Die Capitals hatten im August ohne neuen Mietvertrag trainieren wollen, daraufhin schickte der Hallen-Betreiber, die Messe GmbH, die Polizei vorbei. Capitals-Manager Lorenz Funk bekam schließlich eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben