DFB-Pokalfinale : "Schön, woll?" - kleine Handreichung zum Umgang mit Dortmund-Fans

Fans von Borussia Dortmund kommen, um König Fußball in der Hauptstadt zu huldigen. Sie sprechen eine unverständliche Mundart. Wir bieten Übersetzungshilfe.

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Olé, jetzt kommt die BVG! Deren schwarz- gelbe Fahrzeuge sind bei Dortmundern traditionell beliebt.
Olé, jetzt kommt die BVG! Deren schwarz- gelbe Fahrzeuge sind bei Dortmundern traditionell beliebt.Foto: picture alliance / dpa

Ach, liebe Lesende, DFB-Pokalfinale heißt ja: überall trikottragende Auswärtige, die in kaum verständlichen Mundarten seltsame Fragen stellen. Höchste Zeit, das mit Glossar und Antworttipps zu begleiten! In diesem Jahr allerdings, angesichts der Paarung Borussia Dortmund gegen VfL Wolfsburg, nur für die eine Fan-Gruppe. Denn die 50 Wolfsburger VW-Mitarbeiter, die in perfektem Hochdeutsch fragen, wo sie ihren Golf abstellen können, sind nun echt nicht übersetzungsbedürftig. So, getz abba:

„Hömma, wie kommenwa von hia am besten inne Innenstadt?“

Westdeutsche werden nie verstehen, dass Berlin keine Innenstadt mit „FuZo“ hat. Vergeblich daher: „Also, wenna getz noch schöön mit Blick über die Stadt wat trinken wollt, geht zu den Neukölln Arcaden, da is oben auffem Parkdeck...“ Aus Angst vor Neukölln, aber auch, weil Nicht-„Doatmunder“ im Urteil über „schöön“ als wenig verlässlich gelten, geht's am Ende eh zu einer Burgerkette am Alex. Also die Fragenden lieber gleich da hinschicken.

„Wat habta denn so?“

Für Gastro-Servicekräfte wichtig: Es handelt sich hierbei um eine rein rhetorische Gegenfrage auf die Frage, ob es „schon was zu trinken“ sein darf. Antwort: „Pils“.

„Wo kommsu wech?“

Wer hier versichert, "in dritter Generation aus Berlin" zu stammen: Mit Dahlemer Hochdeutsch wirkt jeder wie ein Wolfsburger! Ein „Ick bin Balina, wa!“ wird dagegen gefeiert. Die unabwendbar folgenden BER- und Länderfinanzausgleichs-Witze sind mit Gelassenheit zu ertragen.

„Keawatisdatdenn!?!“

Die Wendung wird ohne Pausen oder Betonungen, aber mit ordentlich Begeisterung hinausposaunt. Das erste „d“ versinkt in einem glottal stop, das zweite wird mit dem folgenden „t“ zusammengezogen. Sie ist nicht zu verwechseln mit „Kerl, wat is dat denn?“, bedarf daher auch keiner Antwort à la „Dit is unser Funkturm, dit is nich der Fernsehturm“. Sie wollen dennoch reagieren? Schauen Sie drei Sekunden sinnend in die gleiche Richtung wie der Fragesteller! Sagen Sie dann: „Schön, woll?“

„Samma, wo faahn bei euch die NEs ab?“

Die letzte Frage jedes Dortmunder Feiertages. Dann wanken die Dortigen zum „Pylon“ (eine nadelförmige, nur bedingt „Keawatisdatdenn!?!“-würdige U-Bahn-Überbauung) an der Reinoldikirche. Dort steigen sie in einen Nachtexpress-Bus (NE) und lassen sich auf wendungsreicher Strecke mit unfassbar vielen Zwischenhalten „nahause“ bringen. Damit sich der Fragende nicht so verloren fühlt: Schicken Sie ihn zum M29er! Der ist immer irgendwo in der Nähe. Und wer weiß, vielleicht landet der Gast ja doch noch auf den Neukölln Arcaden. Zu wünschen wäre es ihm.

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