Berlin : DG Bank am Pariser Platz: "Implodierter Gehry"

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Mit der Deutschen Genossenschaftsbank am Pariser Platz 3, so sagt dessen Architekt Frank O. Gehry, der weltberühmte Schöpfer des Guggenheim-Museums in Bilbao, habe er "ein neutrales Gebäude" geschaffen, weil etwas anderes unter den gestrengen Augen der Berliner Bauverwaltung nicht erlaubt war.

Deshalb präsentiert sich der Bau nun als "implodierter Gehry": Aussen streng, innen kühn. Zum Pariser Platz hin ein Gesamtwerk aus Stein und Glas in Form eines großen Quaders. Breite Mauerpfeiler aus italienischem Sandstein, die oben wie Pylone enden, "für die Archäologen des vierten Jahrtausends gebaut", wie Architekturkritiker bemerkten.

Dazwischen die rahmenlosen Öffnungen, die schon alleine durch ihr quadratisches Format nicht an Fenster denken lassen und bei Dunkelheit den totalen Einblick ermöglichen.

Gelangt man ins Vestibül, so beeindruckt eine riesige amorphe Skulptur, die als Konferenzsaal dient - laut Gehry "die beste Form, die ich in meinem ganzen bisherigen Leben entworfen habe." Bis zu hundert Personen haben in diesem Raum Platz. Ein Geschoss tiefer, am Boden des Lichthofes, leuchtet ein blutroter Teppich. Hier unten treffen sich die DG-Mitarbeiter in der Caféteria neben zahlreichen Konferenzsälen.

Die Angestellten der DG Bank zogen im Juni 1999 in den nordseitigen Büro- und Tagungstrakt ein. Auf der Südseite beherbergt das Haus in sieben Geschossen 30 Eigentumswohnungen mit Blick auf das zukünftige Holocaust-Mahnmal. Ihre Fenster sind merkwürdig verschachtelt, denn hier durfte sich der Architekt verwirklichen - ein echter Gehry. Geführte Besichtigungen des Gebäudes sind erst ab Mai möglich, wenn der Bau endgültig fertig gestellt sein wird.

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