• Diabetiker müssen Spezialberatung selbst bezahlen Ärzte und Kassen brechen Honorarverhandlungen ab

Berlin : Diabetiker müssen Spezialberatung selbst bezahlen Ärzte und Kassen brechen Honorarverhandlungen ab

Ingo Bach

Wieder müssen Berliner Patienten unter einem Honorarstreit zwischen Ärzten und Krankenkassen leiden. Nach den Auseinandersetzungen um Impfhonorare trifft es nun die Zuckerkranken. Die bis zu 20 000 Typ-I-Diabetiker müssen ab sofort ihre Betreuung, die über die medizinische Behandlung hinaus geht, selbst zahlen. Denn die Kassenärztliche Vereinigung (KV) erklärte jetzt die Verhandlungen mit den Kassen, in denen man sich auf neue Honorare für Diabetikerschulungen einigen wollte, für gescheitert. Pro Schulung müssten die gesetzlich versicherten Kranken jetzt rund 30 Euro selbst bezahlen, sagte der Sprecher der Berliner Diabetologen, Thomas Scholz. „Diejenigen, die im Interesse ihrer Patienten darauf verzichten, müssen die fehlenden Einnahmen kompensieren, indem sie Mitarbeiter entlassen.“

Typ-I-Diabetiker benötigten bis zu zwölf spezielle Beratungen im Jahr, sagt Scholz, zum Beispiel zu Diät und Insulingebrauch. Im Gegensatz zu Altersdiabetikern (Typ II) können diese Patienten bereits im Kindesalter kein Insulin mehr produzieren. Sie werden in Kliniken und eben von 65 Diabetologen in Berliner Schwerpunktpraxen behandelt, die jetzt um ihre Honorare streiten.

Die Kassen wollen diesen Service auch weiter bezahlen. „Lediglich die Höhe der Honorare ist strittig“, sagt Rolf Müller, Vorstandsvorsitzender der Berliner AOK. Statt bisher 225 Euro pro Patient und Jahr bieten die Kassen 30 Euro. Die KV fordert 120 Euro. Hintergrund sind die neuen Behandlungsprogramme für Zuckerkranke. Für Altersdiabetes existieren sie bereits, für den Typ-I erwarten die Kassen frühestens Ende des Jahres ein Programm, das auch die Entgelte der Ärzte regelt. Der Streit dreht sich um die Honorare in der Übergangszeit.

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