Berlin : Diagnose klar, Rezept umstritten

Treffpunkt Tagesspiegel im Hotel Intercontinental: Wie weit müssen die Reformen gehen, um den Generationenvertrag zu retten?

-

„Gefährliches Spiel mit der Zukunft – Alt gegen Jung“ war das Thema am Montagabend beim Treffpunkt Tagesspiegel im Hotel Intercontinental. Viele Alte und wenige Junge waren dann auch gekommen, um darüber zu diskutieren, wie der Generationenvertrag in Deutschland künftig aussehen könnte. In einem Land, in dem immer mehr alte und immer weniger junge Menschen leben und die Alterspyramide auf den Kopf gestellt wird. Immerhin, auf dem Podium war die Alterspyramide noch in Ordnung. Drei Vertreter der jüngeren Generationen diskutierten mit einem älteren Herrn über die Rentenreform: die Vorsitzende der CDU–Studentenorganisation RCDS, Barbara von WnukLipinski (27), der SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz (34), der stellvertretende Chefredakteur des Tagesspiegels, Lorenz Maroldt (41), und Ex-Sozialminister Norbert Blüm (68). Moderiert wurde die Veranstaltung von George Turner. Und der hatte eine Menge zu tun, weil auch die Zuschauer heftig mitdebattierten. Der Generationenkonflikt war dabei deutlich zu spüren. Die Jüngeren warfen den Älteren vor, zu Reformen nicht bereit zu sein. „Wir wollen verändern, die Alten wollen bewahren“, sagte ein 29-jähriger Mann aus dem Publikum. „Wir sollten uns damit abfinden, dass wir um eine Rentenkürzung nicht umhinkommen.“ Die älteren Menschen im Publikum sahen das anders. Sie wollten wissen, wie ihre Rente gesichert und nicht etwa gekürzt wird. „Ich bin Kita-Leiterin, Ende 50, und wollte eigentlich in den vorgezogenen Ruhestand gehen“, sagt eine Frau. Das gehe aber nun nicht, weil sie dann nur etwa 900 Euro Rente bekommen würde. Das reiche nicht zum Leben. dro

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben