Berlin : Dicke Luft am Kraftwerk Moabit Kohle schwelt im Vorratsbunker

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„Es riecht nach Teer und Kaminrauch, als würden hier noch viele Leute mit Kohle- und Holzöfen heizen“: Zahlreiche Bürger beschwerten sich seit Neujahr im Umweltamt des Bezirks Mitte über Brandgeruch, der immer wieder in Schwaden über ihre Wohnviertel im nördlichen Moabit zwischen West- und Nordhafen zieht. Bis Freitag nahm der Gestank kaum ab, obwohl dessen Herkunft längst geklärt ist: Die Geruchswolken bilden sich im 4000 Quadratmeter großen Kohlebunker des Vattenfall-Kraftwerks Moabit am Friedrich-Krause-Ufer. Der Geruch ist laut Behörde „zwar lästig, aber nicht gesundheitsschädlich“.

Im Kraftwerk lagern zurzeit 30 000 Tonnen Steinkohle, so viel wie schon lange nicht mehr. Ein Turbinenschaden hatte es im vergangenen Spätherbst lahmgelegt, weshalb weniger Kohle verbraucht wurde. Im Inneren dieses Vorratsberges erwärmte sich die verdichtete Kohle so stark, dass Glutnester entstanden und zu schwelen begannen.

Es sei nicht möglich gewesen, diese sofort unter Kontrolle zu bekommen , sagt eine Sprecherin des Energieversorgers Vattenfall. Man schichte die schwelenden Nester aber mit Hochdruck um oder decke sie mit zusätzlicher Kohle ab, um sie zu ersticken. Das forderten auch die zuständigen Behörden. Außerdem wurden Luftmessungen durchgeführt. „Eine Gesundheitsgefährdung ist danach auszuschließen“, versichert auch Vattenfall. cs

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