Berlin : Dickes Ding

Seeed gewinnen den Bundesvision Song Contest

André Görke

Ach, es wird echt Zeit, dass der Sommer kommt. Ab an die Spree, Sonnenbrille auf die Nase, kein Matsch mehr, nur Bass und feine Musik, dazu ein kaltes Bier. „Uuuhuuhuu, hübsches Ding, ich versteck mein’ Ehering“, singen Seeed (ja, mit drei „E“!), doch so richtig gute Laune machen ihre Lieder eben doch nur im Sommer .

Am späten Donnerstagabend hat die Berliner Reggae-Combo die Lust auf den süßen Sommer noch einmal verstärkt, als sie ihren Song „Ding“ beim Bundesvision Song Contest gezeigt haben. Mit knallroten Hüten und ebenso knallroten Anzügen tänzelten sie über die Bühne, elf Mann, zusammen mit ein paar Mädchen in weißen Klamotten. Am Ende, es war schon weit nach Mitternacht, konnte Moderator Stefan Raab den Gewinner bekannt geben – Seeed, genau.

Die Berliner hatten sich damit vor 4000 Zuschauern in Wetzlar in Hessen und 2,5 Millionen Menschen vorm Fernsehen gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Und die war durchaus namhaft: „Revolverheld“ (Platz 2) ist für Bremen angetreten, „In Extremo“ für Thüringen (Platz 3), die Rapperin „Pyranja“ – die gute Kontakte zur Berliner Hip-Hop-Szene hat – für Mecklenburg (Platz 8). Diane, die mit den Lemonbabys bekannt wurde, sang für Brandenburg und wurde Zehnte.

„Wir sind sehr stolz, hier gewonnen zu haben“, sagte Seeed-Sänger Pierre Baigorry. Auch sei es schön, dass „wir den Wettbewerb nach Berlin geholt haben“. Der Bundesvision Song Contest – den Stefan Raab als vernünftige Alternative zum eher altbackenen „Grand Prix“ sieht („Wir sind die musikalisch-moralische Vertretung für Deutschland“) – wird in einem Jahr in der Stadt des Siegers stattfinden. Wo die 16 Bands aus 16 Bundesländern auftreten werden, ist noch nicht klar, aber jedenfalls nicht in der „Olympiahalle“. Moderator Raab hatte nämlich nach der Sendung gesagt, dass er sich auf die Reise nach Berlin freue, „obwohl ich ja gehört habe, dass die Olympiahalle dort nicht in bestem Zustand ist“. Bekanntlich gibt es in Berlin zwar ein Olympiastadion oder eine Deutschlandhalle, aber keine Olympiahalle. In der Deutschlandhalle hatten vor gut einem Jahr Festivals am Rande der Musikmesse „Popkomm“ stattgefunden. Die Halle hatte damals gezeigt, dass man in ihr aber richtig gut feiern kann. Und warm wär’s auch. Das wäre trotz der Reggae-Einlagen von Seeed ein Vorteil im Winter.

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