Berlin : Die aktuelle Frage: Notfalls gilt das Recht auf Hitzefrei am Arbeitsplatz

Herr Rath[Sie haben 20 Mitarbeitern Ihrer Abteilu]

Am Donnerstag durften Mitarbeiter des Landesamtes für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (LAGETSI) eine Stunde vor Dienstschluss gehen. Tanja Buntrock befragte Pressesprecher Robert Rath

Herr Rath, Sie haben 20 Mitarbeitern Ihrer Abteilung am Donnerstag Hitzefrei gegeben. Hitzefrei im Amt - war das nicht übertrieben?

Ich kann als Leiter der Abteilung Information und Kommunikation nur für meine Beschäftigten entscheiden, und in dem Fall war es nötig. Es war unerträglich heiß, hier bei uns gibt es keine Klimaanlage und die warme Abluft der Computer sorgt für zusätzliche Hitze. Deswegen konnten die Mitarbeiter gehen, sie holen die Arbeitszeit aber nach.

Was sollen tausende Berliner sagen, die extremer Hitze ausgesetzt sind, wie beispielsweise Bäcker oder Dönerverkäufer im Imbiss?

Mir ist durchaus bewusst, dass das ein kontroverses Thema ist. Wir können nur sagen: Es gibt Arbeitsschutzgesetze, die eingehalten werden müssen. Das muss nicht zwangsläufig Hitzefrei bedeuten. Die Chefs sind verpflichtet, sich intelligente, flexible Lösungen einfallen zu lassen. Das kann beispielsweise sein, dass die Angestellten in kühlere Räume umziehen, dass Bauarbeiter nicht in der glühenden Mittagshitze arbeiten, sondern die Pause verlängern und die Zeit hinten dran gehängt wird, oder dass die Leute im Schichtsystem arbeiten. Verstoßen die Chefs gegen die Verordnungen, können wir Bußgelder verhängen, dafür ist die LAGETSI da. Unter unserer Hotline 90 21 5000 geben wir Rat, nehmen aber auch Beschwerden entgegen, denen wir nachzugehen versuchen.

Haben Ihre Mitarbeiter am Freitag nochmal Hitzefrei bekommen?

Nein, gestern haben wir nach Dienstschluss um 14 Uhr einen schon lange geplanten Betriebsausflug gemacht.

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