Berlin : DIE ANDEREN KANDIDATEN

ANJA KOFBINGER, GRÜNE



Sie passt in den Neuköllner Norden, dorthin, wo er studentisch geprägt ist und die berühmten prekär lebenden, selbstständigen Kreativen ihre Galerien, Studios und Agenturen betreiben. „Anja rockt Neukölln“ steht auf ihrem T-Shirt. Im Abgeordnetenhaus macht sie Frauen-, Schwulen- und Lesbenpolitik. Kofbinger hat Freude am Reden, Ironie ist ihr nicht fremd. Zwischen ihrer Partei und der Union stimme die Chemie nicht, sagt sie. Auf dem Türken-Markt am Landwehrkanal wird sie ihr Wahlkampfmaterial leicht los. In dieser Gegend haben die Grünen schon Stammwähler. Doch eine Macht sind sie noch nicht in Neukölln. Election.de schätzt ihr Potenzial auf 9,5 Prozent der Stimmen.

RUBEN LEHNERT, LINKE

Der junge Mann im weißen T-Shirt ist von der WASG zur Linken gekommen, sein Politikverständnis kreist um das, was die Linke unter Gerechtigkeit versteht. Die Hartz-Reformen sind der Inbegriff der Ungerechtigkeit, und Lehnert will die Reform reformieren und Vermögen umverteilen. Umfragen sehen die Linke bei 6,7 Prozent. In Neukölln spricht Lehnert gerne Migranten an – sie sind von der Arbeitslosigkeit besonders hart betroffen. Manchmal halten ihm Zugewanderte entgegen, dass man durchaus Arbeit finde, wenn man es wirklich wolle. Lehnert sieht dann aus, als wolle und könne er das nicht glauben.

ANDREAS LÜCK, FDP

Der Bezirksverordnete hat wohl keine Chance auf einen Sitz im Bundestag, doch das kümmert ihn nicht. Ohnehin pflegt er als Neuköllner die sozial-liberale Linie der FDP. Gegenüber vom hoffnungslos überlaufenen Bürgeramt Neukölln betreibt die Freie Demokratische Wohlfahrt ein Büro zur Beratung von Hilfsbedürftigen. wvb.

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