Berlin : Die Angst der Kinder: Die aktuelle Frage: Bloß keine Hysterie verbreiten

Wie sollen die Eltern reagieren[wenn die Kinder s]

Viele Eltern sind verunsichert, wie sie sich Kindern gegenüber verhalten sollen nach den Terror-Anschlägen in den USA. Die Psychologin Ruth Klotter hat einige persönliche Ratschläge. Mit ihr sprach Tanja Buntrock.

Wie sollen die Eltern reagieren, wenn die Kinder sie nach den Geschehnissen fragen?

Die Eltern sollten ihre Betroffenheit und Ängste nicht allzu sehr offenbaren. Das heißt nicht, dass sie lügen sollen. Wenn die Eltern weinen müssen, sollen sie das ruhig tun und sagen, dass sie traurig sind. Doch dies darf nicht in Hysterie ausarten. Kinder reagieren auf die Gefühlslage der Eltern stark., deswegen ist es wichtig - trotz aller Trauer - Sicherheit und Geborgenheit auszustrahlen. Da hilft die körperliche Nähe, das Kind in den Arm nehmem. Auch auf Fragen wie "Müssen die Kinder jetzt ins Heim", ist es besser positiv zu reagieren. Eltern können sagen, dass die Kinder sicher noch ein anderes Elternteil oder eine Schwester oder eine Tante haben, die sich kümmern werden.

Wie reagiert man sinnvoll auf die Frage: Kann das auch bei uns passieren?

Ehrlich sein und sagen: Ja, es kann passieren, aber die Wahrscheinlichkeit ist ganz gering. Wichtig ist auch hier: Sicherheit vermitteln. "Ich bin bei dir und passe auf dich auf". Kinder glauben an die Allmacht der Erwachsenen.

Was raten Sie den Eltern: Sollen Kinder fernsehen oder nicht?

Ich halte die Masse der Bilder nicht für angemessen. Ich rate, den Fernseher auszuschalten, und etwas mit dem Kind zu unternehmen. Radeln, vorlesen, spielen. Natürlich sollten Eltern weiter auf Fragen eingehen.

Kinder spielen oder malen das Gesehene nach. Ist das wichtig für deren Verarbeitung?

Auf jeden Fall. Das ist die Sprache des Kindes, und man sollte das keinesfalls unterbinden.

Der Begriff "Krieg" spukt überall herum. Wie verhält man sich in der Hinsicht am besten?

"Krieg" sollte nicht inflationär benutzt werden. Auf keinen Fall Kriegsängste schüren. Das gilt ebenso für Feindbilder. Die Kinder müssen jetzt lernen, dass das Einzeltäter waren, die nicht gleichzusetzen sind mit allen anderen Muslimen.

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