Berlin : Die Angst, lebendig begraben zu werden

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„Da diese Erde mich ersticken wird, beschwöre ich Euch, meinen Körper öffnen zu lassen, damit ich nicht lebendig begraben werde.“ Diese Angst plagte den 1849 gestorbenen Komponisten Chopin – und nicht nur ihn. Dass Tote heute in Leichenhallen aufgebahrt werden, geht auch auf die Angst vorm zu frühen Begrabenwerden zurück. In den Leichenhallen sollten die Toten noch eine Weile unter Beobachtung bleiben. Die medizinische Bezeichnung für den Scheintod lautet „kleines Leben“ – vita minima . Symptome: Das Herz schlägt schwach, Restatmung, der Blutdruck ist niedrig, manchmal so niedrig, dass er äußerlich nicht mehr fühlbar ist. Auf den ersten Blick kann so ein Mensch wirken, als sei er tot. So ein Zustand kann nach einem starken Stromschlag , nach Unterkühlung oder nach einer Vergiftung durch Schlafmittel beobachtet werden. Ob ein Mensch wirklich tot ist, sieht der Arzt an den

Leichenflecken – Blut, das im Körper zu tief liegenden Stellen sackt – und am EKG , wenn es mehr als eine halbe Stunde steht.

Auch heute gibt es noch Fälle von Scheintod. Im Februar 2002 starb eine alte Dame in der Leichenkammer des Friedhofs – an Unterkühlung. Am Vormittag hatte ein Arzt die Frau für tot erklärt. Der Mediziner wurde auf fahrlässige Tötung verklagt.

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