Berlin : Die Anlage lieferte Wasser für 300 Häuser

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Der Wasserturm auf dem namenlosen Platz zwischen Knaackstraße, Diedenhofer, Belforter und Kolmarer Straße ist ein Denkmal der Industriegeschichte und gilt als Wahrzeichen des Bezirks Prenzlauer Berg. 1856 errichtete der englische Ingenieur Henry Gill auf dem 50 Meter hohen Windmühlenberg eine Speicheranlage für das erste Berliner Wasserwerk. Sie bestand aus einem unterirdischen Wasserbehälter sowie einem Steigrohrturm aus gelben Klinkern. 1874 übernahm die Stadt Berlin die Anlage und erweiterte die zentrale Wasserversorgung, die zu dieser Zeit nur 300 Häuser umfasste. Um einen größeren Wasserdruck zu erreichen, wurde nach Entwürfen des Baumeisters Wilhelm Vollhering der 30 Meter hohe, runde Wasserturm errichtet. Hinter der Fassade aus gelben Klinkern gibt es bis heute in fünf Geschossen Wohnungen. 1914 legte die Stadt die Maschinenanlagen und den Steigrohrturm still. 1952 wurde klar, dass der Wasserturm zu niedrig war, um die Hochhäuser der Stalinallee (heute Karl-Marx-Allee) zu versorgen. Der Wasserturm wurde ebenfalls stillgelegt und ist seitdem Wohnhaus.

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