Berlin : Die Anwohner der Friedrichshainer Koppenstraße wollen keinen Senioren-Wohnturm

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Mit einer Unterschriftenaktion wollen sich die Anwohner der Koppenstraße weiter gegen den Neubau eines 15-geschossigen Hochhauses in ihrem Viertel wehren. "Über 500 Unterschriften sind schon zusammengekommen", sagt Mieterin Helga Hauck.

Schon im Oktober war der Unmut der Anwohner laut geworden (wir berichteten). Sie kritisieren die Belastung durch erneuten Baulärm und befürchten eine Gefährdung für die Kinder der angrenzenden Kita. Viel wird ihnen der Protest vermutlich nicht nützen: Denn sowohl Bezirksamt als auch die Wohnungsbaugesellschaft WBF halten an den Plänen fest, bis zum Sommer 2001 einen achteckigen Turm mit 68 Seniorenwohnungen als Anbau an die Koppenstraße 61 zu errichten. Sozialstadtrat Lorenz Postler (SPD) verwies erneut auf den im Bezirk bestehenden Bedarf an rund 300 Seniorenwohnungen.

Die letzte Bezirksverordnetenversammlung hatte dem Bezirksamt den Auftrag erteilt, nach anderen möglichen Standorten für den Wohnturm zu suchen. Baustadträtin Martina Albinus-Kloss (für PDS) machte jetzt aber deutlich, dass fünf geprüfte Alternativstandorte nicht in Frage kämen, da sie sich größtenteils in privater Hand befänden. Auch für die WBF schloss Prokurist Bernd Kosanke die Suche nach einem neuen Platz aus, denn die von der Investitionsbank Berlin (IBB) gegebene Förderungszusage gelte nur für das Gebiet Koppen- / Andreasstraße. Man wolle das zinsgünstige IBB-Darlehen in Höhe von knapp 9 Millionen Mark jetzt nutzen, da nicht absehbar sei, ob jemals wieder Geld für öffentlich geförderten Seniorenwohnungsbau fließen werde.

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