Berlin : Die Anwohner wehren sich gegen die befürchtete Auto-Lawine

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Der Protest der Bürgergemeinschaft Seehofstraße gegen den Bebauungsplan für das Quartier McNair ist vom Bezirksamt Steglitz nicht berücksichtigt worden. Der Bebauungsplan, der erneut bis zum 25. Oktober im Bezirksamt öffentlich ausliegt, sieht weiterhin vor, dass der Osterweg nicht zum Dahlemer Weg geöffnet wird. Die Bürgergemeinschaft, die befürchtet, dass durch den Bau von 520 Wohnungen auf dem ehemaligen US-Kasernen-Gelände der Verkehr in der Seehofstraße extrem zunehmen wird, hatte die Öffnung des Osterweges gefordert, "um das erhöhte Verkehrsaufkommen gleichmäßig auf alle Straßen zu verteilen". Sie hatte dafür 431 Unterschriften gesammelt und an Baustadtrat Norbert Kopp übergeben.

Kopp begründete die Entscheidung damit, dass die Fläche zwischen Osterweg und Dahlemer Weg im Flächennutzungsplan als zusammenhängender Grünzug ausgewiesen ist. Außerdem sagte er, dass er nicht davon ausgeht, dass die Seehofstraße im Vergleich zu anderen Straßen im Bezirk überproportional belastet werde. "Sicher wird die Seehofstraße zusätzlichen Verkehr aufnehmen müssen, aber Verkehr gehört in der Stadt dazu." Er wies darauf hin, dass es nach dem geltenden Bebauungsplan sogar möglich gewesen wäre, den überwiegenden Teil des Gebietes für Gewerbe und Industrie zu nutzen, und dass somit die geplante Nutzung als Wohngebiet eine Entlastung für das Nachbargebiet darstelle.

"Sehr enttäuscht" von der Entscheidung zeigte sich Brigitte Kramer von der Bürgergemeinschaft Seehofstraße. Sie fürchtet, dass nun "der ganze Verkehr durch die Seehofstraße fahren wird". Von der erneuten Auslegung des Bebauungsplanes verspricht sie sich für den Osterweg nichts mehr. "Viel schlimmer ist aber noch, dass zwei Straßen von der Goerzallee durch das Quartier McNair zur Seehofstraße verlaufen sollen", sagte Brigitte Kramer. Da der Teltower Damm nicht noch mehr Verkehr fassen könne, glaubt sie, dass viele Autofahrer den Weg durch das Wohngebiet abkürzen werden. Gegen diese beiden Durchgangsstraßen will die Bürgergemeinschaft nun kämpfen. Außerdem setzt sie sich nach wie vor dafür ein, die Geschwindigkeit auf der Seehofstraße auf Tempo 30 zu begrenzen und eine Ampelanlage am Dahlemer Weg zu bauen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung war auch von der Steglitzer Bezirksverordnetenversammlung einstimmig beschlossen worden. Doch die zuständige Straßenverkehrsbehörde hatte abgelehnt. Begründung: Die Seehofstraße sei eine zu wichtige Verbindungsstraße.

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