Berlin : Die Ausnahme von der Regel

Die nagelneue Kita in der Jerusalemer Straße

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„Hier ist alles vom Feinsten.“ Voller Anerkennung für die praktische Architektur zeigt Hausmeister Wolfram Eisenblätter die am Montag neu eröffnete Kita in der Jerusalemer Straße. „Überall ist richtig dicker Industrieparkettboden verlegt worden, der auch mal was aushält.“ In den Waschräumen sind nicht nur die Armaturen nagelneu, „auch eine anständige Lüftung wurde installiert". Und die Waschbecken sind so massiv, dass sie gegen Kinder bestehen können. Durch indirektes Licht entsteht Atmosphäre. In der Küche sind alle Geräte aus Edelstahl. Die Wände sind gefliest, „keine Holzteile, die verfaulen können". Durch Fenster können die Kinder sehen, was gerade gekocht wird.

Sie können fast überall sehen, was passiert. An vielen Stellen sind 30 cm große Gucklöcher in die Wände eingelasen. In einem Spielzimmer im zweiten Stock können sie sogar durch den Boden schauen. Die Terrassen und weitere Freiflächen sind mit „sehr pflegeleichtem Tartan-Belag“ ausgestattet. „Da fällt ein Kind weich“, sagt Eisenblätter. Dazu kommt für rund 180 Kinder ein 3000 Quadratmeter großer Garten.

„Und dies in Mitte“, sagt die Leiterin Gudrun Opel stolz. „Heute sind die Kinder allerdings etwas außer Rand und Band, weil sie ihre Räume in Beschlag nehmen.“ Jede Gruppe hat zwei Räume, einen Spiel- und einen Nebenraum. Besonders die aus dem Gebäude herausstehenden verglasten Erker haben es den Kindern angetan. Sie sind wunderbare Kuschelecken und Ausgucke.

Den Gedanken, an der Bausumme von 3,4 Millionen Euro für diese Kita etwas zu sparen und dafür den Reparaturhaushalt der anderen Kitas in Mitte aufzufüllen, kann der Leiter des Jugendamts, Dietmar Schmidt, nicht nachvollziehen. „Das sind zwei völlig unterschiedliche Haushalte.“ Die Kita in der Jerusalemer Straße konnte bezahlt werden, weil das Grundstück der nebenan abgerissenen alten Kita gegen dieses neue Gebäude zweckgebunden eingetauscht wurde. Außerdem ist diese Kita Teil der „Hauptstadtplanung und der Neugestaltung des Hausvogteiplatzes".chv

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