• Die Ausstellungsfläche der an Mauerbau und Teilung erinnernden Institution wurde erweitert

Berlin : Die Ausstellungsfläche der an Mauerbau und Teilung erinnernden Institution wurde erweitert

Im Museum "Haus am Checkpoint Charlie" wurden gestern neue Räume übergeben, mit denen die Ausstellungsfläche um 520 Quadratmeter erweitert wird. Nach der Eröffnung am 17. Juni 1963 wurde das Museum erstmalig 1987 durch einen Hausanbau erweitert. Die drei neuen Räume mit verglaster Fassade reichen bis an die Sektorengrenze am früheren Grenzübergang heran. Bislang gibt es nur einige wenige Ausstellungsstücke darin zusehen, unter anderem persönliche Gegenstände von Mahatma Gandhi, Kunstwerke von Wolf Vostell, eine originale Grenztafel sowie eine BMW Isetta, die zur Fluchthilfe eingesetzt wurde. Der Umbau des gesamten Hauses soll bis zum nächsten Sommer abgeschlossen sein und wird in einzelnen Abschnitten durchgeführt, so dass das Museum dafür nicht geschlossen werden muss.

Durch den gewonnenen Platz kann das Museum seine Ausstellungsstücke dann besser präsentieren. In den alten Räumen herrscht bisher ein dichtes Gedränge aus Gedenktafeln, Fluchtgegenständen und Kunst, die sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen. Im Raum direkt am ehemaligen Checkpoint sollen zukünftig alle historischen Ereignisse um die Sektorgrenze aufgezeigt werden. Ein weiterer Raum ist für die mit Unicef veranstalteten bundesweiten Schulmalwettbewerb vorgesehen, bei dem Kinder eine "Welt ohne Mauern" zeichnen sollen.Darüberhinaus sind Ausstellungen über den "gewaltfreien Kampf weltweit" und über die Opposition in der DDR geplant.

Museumsleiter Rainer Hildebrandt bezeichnete in seiner Eröffnungsrede die Erweiterung in bewegten Worten als den "bislang größten Entwicklungssprung in der Geschichte des Museums". Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Landowsky zeigte sich emotional berührt und bezeichnete das Museum als "Sinnbild meines politischen Wirkens, welches dafür sorgt, dass die zweite deutsche Diktatur nicht in Vergessenheit gerät". SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Böger sagte zu seinen Jugenderfahrungen mit der Mauer, er sei kurz nach dem Mauerbau mit seiner damaligen Schulklasse aus Hessen nach Berlin gereist. "Es ist wichtig, dass Menschen, die in der DDR den aufrechten Gang versucht haben, gewürdigt werden" sagte Böger.

Die Wogen der Streitigkeiten um Rainer Hildebrandt und seine Frau scheinen sich zur Zeit etwas geglättet zu haben. Anfang des Jahres war das Ehepaar in seiner Leitungsfunktion des "Hauses am Checkpoint Charlie" in die Kritik geraten. Ex-Mitarbeiter hatten Alexandra Hildebrandt vorgeworfen, mit einem autoritären Führungsstil und Denunziationen das Klima vergiftet zu haben. Vergangenes Jahr wurde der ehemalige Bürgerrechtler Wolfgang Templin aus der "Arbeitsgemeinschaft 13. August", dem Trägerverein des Museums, nach Streitigkeiten ausgeschlossen.

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