• Die Bahn denkt an den Einsatz des Luxuszuges "Metropolitan" zwischen Berlin und Hamburg

Berlin : Die Bahn denkt an den Einsatz des Luxuszuges "Metropolitan" zwischen Berlin und Hamburg

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Bei der Bahn AG macht man sich bereits Gedanken, wie der Verkehr zwischen Berlin und Hamburg ohne den Bau der Transrapidstrecke abgewickelt werden kann. So gibt es überlegungen, den speziell für Geschäftsreisende vorgesehenen Luxuszug "Metropolitan", der bisher nur zwischen Hamburg und Köln fährt, auch zwischen Hamburg und Berlin einzusetzen. Dies sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands, Norbert Jansen, der "Wirtschaftswoche".

Der "Metropolitan" ist seit Sommer auf den Schienen der Bahn AG unterwegs. Die Bahn hat dafür besondere Wagen bauen lassen, die den Fahrgästen erheblich mehr Komfort bieten als die üblichen 1. Klasse-Wagen. Die Wagen und Lokomotiven sind silber lackiert. Zwischen Hamburg und Köln ist der "Silberpfeil" auch schneller als die Regelzüge, weil er unterwegs nicht so oft hält. Auf der Bahnstrecke Berlin-Hamburg wäre der "Silberpfeil" aber kaum schneller als die anderen Züge, weil das Tempo zwischen beiden Städten auf 160 km/h begrenzt ist. Von Hamburg nach Köln darf der Flitzer dagegen auf 200 "Sachen" aufdrehen.

An der Strecke von Berlin nach Hamburg gibt es noch zahlreiche Bahnübergänge für den Straßenverkehr. Nach den Vorschriften dürfen Züge dann nur maximal mit Tempo 160 fahren. Eine Ausnahmegenehmigung für 200 km/h, die nur für eine Strecke galt, nahm das Bundesverkehrsministerium vor Jahren zurück.

Ursprünglich sollte auch der Schienenstrang Berlin-Hamburg im Rahmen der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit für Tempo 200 fit gemacht werden. Nach der Entscheidung der damaligen CDU/FDP-Bundesregierung, zwischen beiden Städten den Transrapid schweben lassen zu wollen, speckte der Bund die Ausbaupläne für die Schiene ab und ließ die Bahnübergänge nicht beseitigen. Die Trasse selbst lässt auf den meisten Abschnitten 200 km/h zu.

Dass hier noch Temporeserven vorhanden sind, hatte die Bahn vor einiger Zeit unfreiwillig bewiesen. Bei der Premierenfahrt des ICE auf dieser Strecke war der Paradezug der Bahn erheblich schneller am Ziel, als es der Fahrplan vorgesehen hatte. Derzeit sind die Züge etwa 2.20 Stunden unterwegs. Nach einem Ausbau für Tempo 200 wären Fahrtzeiten erheblich unter zwei Stunden möglich.

Nach einem Bau der Transrapidstrecke hätte die Bahn AG den Schnellverkehr auf der Schiene zwischen Berlin und Hamburg eingestellt. Nach dem europäischen Recht könnte aber eine andere Bahngesellschaft Züge fahren lassen. Da man intern bei der Bahn AG kaum noch mit dem Bau der Transrapidstrecke rechnet, macht man sich jetzt Gedanken, wie man auf der Schiene im Geschäft bleiben kann.

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