Berlin : Die Bahn konzentriert sich

Grundstein für Verwaltungszentrale am Nordbahnhof gelegt

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Es passiert nicht oft, dass die Bahn früher dran ist als erwartet. Der Verwaltungsneubau am Nordbahnhof ist so ein seltener Fall: Als gestern Nachmittag im Beisein von Klaus Wowereit feierlich der Grundstein gelegt wurde, war das Fundament schon fertig. Denn bereits seit dem Frühjahr wird an dem 160 Millionen Euro teuren Bürokomplex auf der langjährigen Brachfläche nördlich der Invalidenstraße in Mitte gearbeitet.

Ende 2004 sollen etwa 2500 Verwaltungsmitarbeiter in die neuen Büroräume einziehen. Dafür will sich die Bahn von sieben ihrer zurzeit 15 Berliner Standorte trennen. Aufgegeben werden sollen beispielsweise die Niederlassungen in der Holzmarktstraße, in der MartinLuther-Straße und die bisher größte Filiale in der Lichtenberger Ruschestraße. Dabei handelt es sich durchweg um regionale Verwaltungen; die Bundeszentrale des Konzerns am Potsdamer Platz mit 800 Mitarbeitern ist nicht betroffen.

Das knapp 26 000 Quadratmeter große Areal am Nordbahnhof gehört der Bahn. Sie agiert allerdings nicht selbst als Bauherr, sondern mietet die vier miteinander verbundenen Gebäude von einer Investorengemeinschaft. Die Gesamtfläche der sieben Etagen soll rund 61 000 Quadratmeter groß sein, dazu kommen 436 Tiefgaragenplätze.

Ursprünglich befand sich auf dem Gelände der 1842 eröffnete Stettiner Kopfbahnhof, der später Nordbahnhof hieß und in den 60er-Jahren größtenteils abgerissen wurde. Nur das 1903 fertig gestellte, denkmalgeschützte Empfangsgebäude der Stettiner Vorortbahn ist erhalten geblieben. Es wird restauriert und soll künftig kulturell genutzt werden. Wie, ist nach Auskunft der Investoren noch unklar.

Insgesamt hat die Bahn in Berlin rund 18 000 Beschäftigte. Dazu zählen auch die Mitarbeiter der S-Bahn, deren Zentrale nebenan in der Invalidenstraße bleibt. obs

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