Berlin : Die Bahn lässt auf sich warten

Baugenehmigung für Flughafen-Terminal in Schönefeld erteilt – Schienenprojekte sind noch nicht so weit

Klaus Kurpjuweit

Schönefeld - Beim Flughafenausbau in Schönefeld ist jetzt die Bahn am Zug – und sie lässt auf sich warten. Während der Flughafen seit ein paar Tagen die Baugenehmigung für sein neues Terminal in den Händen hält, gibt es im Bereich der Bahn weder eine Genehmigung für den Bahnhofsbau unter dem Terminal noch für die östliche Schienenanbindung zum Flughafen. Und auch für die Dresdner Bahn, über die irgendwann einmal der Airport-Express zum BBI-Flughafen in Schönefeld fahren soll, ist noch kein Genehmigungsverfahren eingeleitet. Auch eine Finanzierungsvereinbarung für den Bau der zusätzlichen Fernbahngleise auf der Dresdner Bahn gibt es bisher nicht.

Die Bahn verbreitet aber weiter Optimismus. Die Genehmigung des aufsichtsführenden Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) für den Flughafen-Bahnhof werde für dieses Jahr erwartet, sagte eine Sprecherin. Das Verfahren für den Bau der Gleise zwischen dem Terminal und den Anlagen der Görlitzer Bahn auf der östlichen Seite hat in diesem Jahr begonnen. Der Bau dieser Gleise war aus dem Genehmigungsverfahren für den Flughafen herausgenommen worden, weil die ursprünglich gewählte Trasse Häuser in der Nähe zu sehr erschüttert hätte. Jetzt werden die Gleise weiter südlich gebaut – im Wald.

Der Flughafen selbst ist derzeit dabei, die Genehmigungen für die Hochbauten einzuholen – für Hangars oder auch für die Feuerwache oder das Tanklager. Allein der Bauantrag für den Terminal hatte 21 Aktenordner gefüllt. Die Behörden des Landkreises Dahme-Spreewald hätten zügig und konstruktiv gearbeitet, lobte Flughafen-Geschäftsführer Thomas Weyer. Die Bauarbeiten sollen aber erst in einem Jahr beginnen. Derzeit laufen die Vorbereitungen; unter anderem für das Absenken des Grundwassers.

Das künftige Abfertigungsgebäude, das zwischen den Start- und Landebahnen steht, wird 210 Meter mal 180 Meter groß. Davor entsteht der sogenannte Pier, von dem aus 16 Fluggastbrücken zu den Flugzeugen führen. Der Pier ist 615 Meter lang und 37 Meter tief. Dass die Planungen noch nicht endgültig abgeschlossen sind, sei kein Problem, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Sollte es nach weiteren Gesprächen mit den Fluggesellschaften zu Änderungen kommen, könnten die Pläne angepasst werden. Die Flughafengesellschaft verkündet weiter, dass der BBI-Flughafen wie vorgesehen Anfang November 2011 eröffnet werden kann. Dann hätte auch die Dresdner Bahn als Zubringer zum Flughafen fertig sein sollen. „Wir kommen, wenn der Flughafen kommt“, hatte Bahnchef Hartmut Mehdorn vor Jahren stets verkündet.

Davon ist jetzt keine Rede mehr. In einem Bedarfsplan für „realisierbare Vorhaben bis zum Jahr 2011 hat der Konzern für die Dresdner Bahn bis zu diesem Zeitpunkt lediglich 34,4 Millionen Euro eingestellt – bei veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 383,6 Millionen Euro. Der Bahnbau zum Flughafen soll weitere 636 Millionen Euro kosten – finanziert vom Bund sowie von den Ländern Berlin und Brandenburg.

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