• Die Bauten wurden auf 62 000 Quadratmeter aufgestockt - Berliner Verkaufsfläche wächst erheblich an

Berlin : Die Bauten wurden auf 62 000 Quadratmeter aufgestockt - Berliner Verkaufsfläche wächst erheblich an

Tobias Arbinger

Mit den Gropius-Passagen an der Johannisthaler Chaussee in Neukölln wird heute das größte Einkaufszentrum der Stadt offiziell in Betrieb genommen. In den vergangenen 13 Monaten ließ dort die Münchner H.F.S. Immobilienfonds GmbH die bestehenden 45 000 Quadratmeter Verkaufsfläche um ein Parkhaus und um eine Einkaufsstraße mit 35 Geschäften mit direktem Anschluss an die U-Bahn auf 62 000 Quadratmeter erweitern. Die Passagen werden heute Vormittag vom Regierenden Bürgermeister eröffnet. Von heute bis Sonnabend gibt es ein Festprogramm.

Der Gesamtverband des Einzelhandels hat gegen das Anwachsen an Verkaufsfläche an dieser Stelle keine Einwände: Zwar werde die Stadt als Ganzes Ende 2000 eine halbe Million Quadratmeter Verkaufsflächen zu viel haben, sagte Geschäftsführer Gernot Bazin. In einigen Regionen sei die Nahversorgung bis heute aber "noch nicht ausreichend". Einem Gutachten zufolge sei dies bislang auch in der Gropiusstadt der Fall gewesen. Nach Angaben des Instituts für Markt- und Wirtschaftsforschung gibt es derzeit 18 Einkaufscenter mit mehr als 10 000 Quadratmeter Fläche in der Stadt, das Gros steht im Ostteil (siehe Grafik). Drei befinden sich noch in Planung oder in Bau.

Die H.F.S., eine 100-prozentige Tochterunter der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, hat die ursprünglich 1968 erbauten Gropius-Passagen 1994 gekauft und schrittweise ausgebaut. H.F.S. ist unter anderem als Eigentümer der Bahnhofspassagen in Potsdam bekannt.

Inmitten der Gropiusstadt entstand bis 1995 ein Fachmarkzentrum, die bestehenden Flachbauten wurden saniert, eine Woolworth-Filiale um ein Geschoss aufgestockt. Bis 1997 wurde ein Multiplexkino und ein Atrium gebaut. Der nun fertiggestellte Bauabschnitt hat einen direkten Zugang zum U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee, der in öffentlich-privater Zusammenarbeit entstand. Der Bahnhof soll im kommenden Frühjahr in Gropius-Passagen umbenannt werden. Insgesamt wurden in das Zentrum rund 500 Millionen Mark investiert. Es beherbergt etwa 150 Fachgeschäfte, Bistros, Lebensmittelläden und eine große Zahnarztpraxis.

Für den H.F.S.-Projektentwickler Harald G. Huth ist die neue Passage eine "Alternative im Süden" zur Steglitzer Schlossstraße, zur Tauentzienstraße und zu den Einkaufszentren im Umland. Besonders freue ihn, das Textilkaufhaus Peek und Cloppenburg (P & C) gewonnen zu haben. Dieses Unternehmen "schätzt das Potential genauso ein wie wir", sagte Huth. In 15 Auto-Minuten sei das Center von 1,2 Millionen Menschen zu erreichen. Huth rechnet damit, dass auch einige benachbarte Einzelhändler vom zunehmenden Kundenstrom profitieren werden.

Die kleineren Läden in der Nähe großer Einkaufscenter müssten sich "neu positionieren", sagte Bazin. Der Zusammenschluss in 30 Händlerarbeitsgemeinschaften traditioneller Einkaufsstraßen sei ein Schritt in die richtige Richtung.Die Eröffnung des neuen Teils der Gropius-Passagen wird heute und morgen von 14 bis 18 Uhr, am Sonnabend bis 12 Uhr mit einem Kinder- und Musikprogramm gefeiert. Kommende Woche schlägt der Zirkus Paul Busch an der Passage sein Zelt auf. Vom 6. bis zum 10.9. erhalten 6000 Kinder aus Neuköllner Schulen und Kitas Freikarten (Anmeldung: 666 91 20).

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