Berlin : Die Bayern kommen - Scholl, Paulo Sergio und Uli Hoeneß halten Hof auf der iFA

Maren Peters

Der Ärger stand dem blonden Teenie ins Gesicht geschrieben. "Was glauben die denn, warum wir hier anstehen" schimpfte das vielleicht 14-jährige Girlie. "Etwa nur zum Spaß?" Nichts da. Das hier ist Wettkampf. Also Ellbogen raus und rein in die Menge, die sich am IFA-Stand der Mobilfunker von Viag Interkom in Halle 1.2b schubste und drängelte. Schließlich ging es um ein Autogramm von Bayern-Liebling Mehmet Scholl, der hier mit Kollege Paulo Sergio und Manager Uli Hoeneß auf Einladung antrat.

Doch Scholl schien nichts von den Nöten des Mädchens zu ahnen - hätten er sonst unbeschwert lachend Bayern-Fußbälle signiert und in die hüpfenden Fans geschossen? Stattdessen stand nun eine junge Frau aus Düsseldorf ungewollt im Mittelpunkt. "Welche Fragen hast du?" wollte Fernseh-Moderator Jochen Bendel wissen. Die ernüchternde Antwort: "Keine." Immerhin gab die Düsseldorferin dann doch errötend zu, dass ihr "der Mehmet" am besten gefalle. Dass der große Bruder auch noch ein Bayern-Fan war, versöhnte den smarten, igelhaarigen Moderator dann vollends.

Dafür knüpfte er sich den Manager vor. "Herr Hoeneß, wie steht denn der Dax heute?", wollte Bendel wissen. Bei der Frage traten Uli Hoeneß noch mehr Schweißtropfen auf die ohnehin schon glühende Stirn. Dabei hatte er sich die Hitze-Wallung schenken können, denn so unvorbereitet erwischte ihn die Frage nicht. "5400", sagte der ausgewiesene Börsenexperte nach kurzem Zögern, und traf es damit eigentlich ganz gut. Seine beiden Spieler zog es derweil schon weiter an den nächsten Stand, nur wenige Minuten waren sie auf der Bühne.

Hektisch wurde der Rundkurs fortgesetzt. Es war ein bisschen wie "Spiel ohne Grenzen", nur schade, dass die Spieler reichlich lustlos wirkten. Die angekündigten Kollegen Jancker und Elber hatten auf den IFA-Ausflug ganz verzichtet. Beim "Game-Channel", der nächsten Herausforderung in der Messehalle, sahen die Fußballer eher blass aus, Unterhaching saß wohl noch zu tief in den müden Knochen. Bei diesem virtuellen Autorennen am innovativen Plasma-Bildschirm mussten sie sich ausgerechnet einer pickligen Blonden geschlagen geben. Zur Belohnung durfte die sich ein Bayern-Trikot überstreifen. Scholl assistierte nicht, sondern stürmte schon weiter zum "Loop-Stand". Und tat hier das, woran die vielen blonden Mädchen nur im Traum zu denken wagen. Er beugte sich langsam herab, schürzte die süßen Lippen und küsste - einen Plüschfrosch. Wenn der sich jetzt noch in ein Mobiltelefon verwandelt hätte, wäre der Auftritt perfekt gewesen.

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