Berlin : Die beiden Tiergärten brauchen Planungssicherheit

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Betrifft: Zoo und Tierpark

Offenbar haben viele Entscheidungsträger in Berlin, allen voran Sparkommissar Sarrazin, noch nicht verstanden, dass tiergärtnerische Einrichtungen kein Luxus für eine Großstadt sind, sondern begehrte Freizeit- und Erholungsstätten. Zwei Zoos sind auch kein Novum für eine Hauptstadt. Ähnliche Situationen finden wir in London, Paris, Tokio und New York, ganz zu schweigen vom Eldorado für jeden Zoofan, der kalifornischen Stadt San Diego. Mit ca. 2,5 Millionen Besuchern beweisen Zoo und Tierpark ihre Popularität bei Berlinern und Touristen. Sie sind beide ein Faktor für Wirtschaft und Tourismus und deshalb ungeeignet, ein Schattendasein ohne Planungssicherheit zu führen. Es ist eine völlig falsche Richtung der Senatspolitik, Zoo und Tierpark lediglich Planungssicherheit bis 2007 zu gewährleisten. Notwendig wären mindestens fünf Jahre, um etwa ein Strukturkonzept umzusetzen und wichtige Baumaßnahmen zu beginnen. Völlig hirnrissig ist der Gedanke einer Flächenvermarktung der Gelände, wie sie von der Finanzverwaltung offensichtlich favorisiert wird. Das Projekt Riesenrad am Zoo wirft Fragen auf. London ist nicht gleich Berlin, es ist nicht sicher, ob das Riesenradprojekt den gleichen Erfolg bringt. Und wo, bitte schön, entsteht der neue Wirtschaftshof des Zoos? Mir bleibt nur der Verdacht, dass bisherige Tiergehege umgenutzt werden sollen. Das kann es ja wohl nicht gewesen sein!

Natürlich ist es wichtig, mit finanzkräftigen Sponsoren zusammenzuarbeiten. Aber Senat und Abgeordnetenhaus können sich nicht aus ihrer Verantwortung stehlen und die Subventionen weiter in den Keller fahren. Im Zoo sind wichtige Neubauprojekte erforderlich: für die Menschenaffen, zur Verbesserung der Nashörner-Haltung, der Anbau für das Aquarium. Mit Sonderzuweisungen aus Landesmitteln sollte in den nächsten fünf Jahren die Menschenaffen-Haltung in Form eines Regenwaldhauses o.ä. zu einem neuen Publikumsmagneten für den Zoo werden. Ähnliches gilt für den Tierpark mit der Präsentation der Raubkatzen. Christian Heidt, Neukölln

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