Berlin : Die Berliner Bewag zieht im Wettbewerb um private Kunden nach

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Auch der Berliner Stromversorger Bewag will in Kürze am Wettbewerb um private Stromkunden in ganz Deutschland teilnehmen. Wie Unternehmenssprecher Reinhard Heitzmann dem Tagesspiegel sagte, würden derzeit verschiedene Möglichkeiten des Markteintritts geprüft. Ein erster Schritt sei die Gründung der EnergieSüdwest AG mit Sitz in Landau in der Pfalz. Das Gemeinschaftsunternehmen mit den Stadtwerken des Ortes (49 Prozent) und der Bewag (51 Prozent) werde sich auf die Vermarktung von Strom in ganz Deutschland konzentrieren, sagte Heitzmann. Dazu sei das Unternehmen "mit erheblichen finanziellen Mitteln" ausgestattet.

Seit Ende der vergangenen Woche hatten neben anderen Stromerzeugern auch die Essener RWE Energie-Werke Privatkunden in ganz Deutschland Strom aus dem Ruhrgebiet angeboten. Dem Tagesspiegel sagte ein RWE-Sprecher am Mittwoch, daß sich allein in den ersten sechs Tagen rund 80 000 Kunden aus ganz Deutschland für das Angebot interessiert hätten. Wann die Interessenten frühestens den "billigeren RWE-Strom" beziehen könnten, sei allerdings noch nicht klar. In jedem Einzelfall müssten Kündigungsfristen und regionale Besonderheiten geklärt werden. RWE versichere jedoch jedem Interessenten, daß es in "jedes günstigere Angebot" eines Wettbewerbers einsteigen werde, wenn dem Kunde ein solches vorliege, sagte der Sprecher.

Die Bewag will im Berliner Heimatmarkt möglichst rasch auf die Billigangebote der Wettbewerber reagieren und zieht die erst für 2000 angekündigte Tarifsenkung für Privatkunden auf dieses Jahr vor. Bewag-Sprecher Heitzmann wollte den Zeitpunkt und den Umfang der Kostensenkung allerdings nicht bekanntgeben. Intern werde zudem auch die Tarifstruktur geprüft. Neben verschieden teuren Angeboten für fremdbezogenen, eigenerzeugten und Öko-Strom sei es auch vorstellbar, daß die Bewag den Berlinern künftig Single- und Familientarife anbietet.

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