Berlin : Die beste Wahl für alle, die nicht wissen, was sie wollen

Im Internet können Unentschlossene herausfinden, welche Partei am besten zu ihnen passt / Harald Schmidt hat’s schon probiert

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Eine bessere Werbung für Ihre kuriose Internet-Seite hätte die Projektgruppe „Wahl-Gang“ nicht erwischen können: Lästermaul Harald Schmidt hat in seiner Sendung den „Wahl-O-Mat“ getestet, mit dem unschlüssige Wähler herausfinden können, welcher Partei sie am 22. September ihre Stimme geben könnten.

Noch während der Schmidt-Show glühten die Drähte. "Mehrere zehntausend Zuschauer versuchten sich ins Internet einzuwählen, um den Wahl-O-Mat auf unserer Webseite zu testen", berichtet Klas Roggenkamp. Der Politikstudent ist Mitglied der Politikfabrik, die mit ihrem Projekt "Wahl Gang" die Erstwähler in Berlin an die Wahlurnen locken will. Wenige Minuten nach der Sendung brach der Server, der die Internetseiten der Politikfabrik unterstützt zusammen. „Für einen solchen Ansturm waren weder unsere Leitungen noch unser Server ausgerichtet", berichtet der Klas Roggenkamp. Auch die Webseiten der Harald Schmidt Show und der Bundeszentrale für Politische Bildung, die mit den Seiten der Politikfabrik verlinkt sind, wurden lahm gelegt.

Sollten die Geschäfte auch am Sonntag geöffnet sein? Sollte das aktive Wahlrecht auf 16 Jahre gesenkt werden? Diese beiden und 25 weitere Fragen müssen beantwortet werden. Der Wahl-O-Mat gleicht die Antworten mit den Stellungnahmen der Parteien ab und bestimmt so, welche Partei am besten zum Tester passt.

Entwickelt wurde der Wahl-O-Mat von Studenten der „Wahl Gang" in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für Politische Bildung. Die Software dafür hat die Bundeszentrale für knapp 7000 Euro von der Schwesterinstitution in den Niederlanden gekauft. Gerade Erstwähler sollen mit dem Wahl-O-Mat angesprochen werden. Den falle es nämlich besonders schwer, sich einer Partei zuzuordnen, so die Politikstudentin Henriette Volk vom Projekt "Wahl Gang". Die Studenten haben 50 Fragen formuliert und sie den Parteien zur Stellungnahme vorgelegt. Aber zu nur 27 Fragen davon haben sich die Parteien eindeutig geäußert.

Übrigens: Ginge es nach dem Wahl-O-Mat würde Schmidt seine Stimme am 22.9. den Grünen schenken. Die Grünen hätten sich eindeutig der Schmidtschem Meinung angenähert, resümierte der zynische Talkmaster das Testergebnis sichtlich überrascht.

Inzwischen läuft der Wahl-O-Mat wieder. Über 55 000 Internetnutzer haben sich ihr Parteienprofil seit der Harald-Schmidt Show vom Donnerstag erstellen lassen. Ob es sich hauptsächlich um Erstwähler handelt, können die Studenten nicht nachprüfen. Ein Erfolg sei das allemal, freut sich Klas Roggenkamp: „Ein gutes Gefühl, zu wissen, dass sich die Nachtschichten gelohnt haben", so der Politikstudent. Mandy Schielke

www.diewahlgang.de

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