Berlin : Die Besten unter sich

Selten spielen so viele deutsche Stars auf einmal in einem Film wie bei „Männerherzen“. Drehort ist Berlin

Sonja Pohlmann

Ganz klar, die Frauen sind schuld, da sind sich Til Schweiger und Simon Verhoeven einig. Die Emanzipation hätte Männer in die Misere gebracht, nun müssten sie mit der Frage kämpfen, welche Rolle die richtige für sie ist: Starker Kämpfer oder gefühlvoller Softie? Besonders verzweifeln würden sie an der Liebe: Sollen sie möglichst lange die Freiheit genießen oder schnell heiraten, ein Haus bauen und Kinder bekommen? „In meinem Freundeskreis waren die Jungs liebesmäßig immer sehr unglücklich“, sagt Schauspieler und Regisseur Verhoeven, Sohn von Senta Berger und Michael Verhoeven. Und weil der 36-Jährige in dieser Orientierungslosigkeit ein Phänomen der heutigen Gesellschaft sieht, macht darüber jetzt einen Film: „Männerherzen“ heißt er, zurzeit wird er in Berlin gedreht und kommt 2009 in die Kinos.

Gestern stellte Verhoeven den Film und seine Crew im Filmtheater Delphi vor – und mit dabei sind viele der besten deutschen Schauspieler, die selbst schon einige Herzen gebrochen haben dürften: Neben Til Schweiger stehen Christian Ulmen, Wotan Wilke Möhring, Florian David Fitz, Maxim Mehmet, Bastian Pastewka und Justus von Dohnányi vor der Kamera. Nadja Uhl, Jana Pallaske und Liane Forestieri übernehmen die weiblichen Hauptrollen.

Sie alle sind in „Männerherzen“ auf der Suche nach dem großen Glück – allerdings auf unterschiedlichen Wegen. Schweiger spielt den Musikproduzenten und Womanizer Jerome, der das Leben auskostet und durch einen neuen Hits des Schlagerstars Bruce, gespielt von Dohnányi, auf einen Geldsegen hofft.

Für Schweiger ist „Männerherzen“ seit langem der erste Film, in dem er nur Schauspieler ist. „Das ist wie Urlaub“, sagt Schweiger, der oft wie zuletzt bei dem gerade beendeten Film „1 1/2 Ritter“, Regisseur, Produzent und Darsteller zugleich ist. Für seine Geschlechtsgenossen hatte Schweiger gestern einen Tipp parat: Nicht unbedingt den starken Macker raushängen lassen, „sondern auf so viel Harmonie wie möglich setzen.“

Das gefällt auch Christian Ulmen. Er spielt den schüchternen Günther Stobanski, der mit seinem Meerschweinchen besser klarkommt als mit Frauen – bis er auf „Fressnapf“-Mitarbeiterin Susanne (Nadja Uhl) trifft, die Freundlichkeit allein zunächst jedoch nicht so sexy findet. Trotzdem hofft Ulmen, mit seiner Rolle das neue Leitbild für den Mann im Jahr 2009 vorgeben wird: „Höflich bleiben.“

Während die von Schweiger und Ulmen gespielten Männer zu draufgängerisch oder zu zurückhaltend sind, hat der erfolgreiche Werber Niklas Michalke (Florian David Fitz)ein anderes Problem: Es gibt keins – doch gerade diese Perfektion macht ihm Angst und er zweifelt, ob er seine süßen „Maus“ Laura (Laura Forestieri) wirklich heiraten soll. Philip (Maxim Mehmet) ist dagegen frisch in Nina (Jana Pallaske) verliebt, die ungeplant schwanger wird. Der agressive U-Bahn-Fahrer Roland (Wotan Wilke Möhring) kämpft währenddessen weiter um die Liebe seiner Ex-Freundin Susanne.

Quirin Berg, der den Film zusammen mit Max Wiedemann produziert, hofft, dass „die fünf männlichen Prototypen das Männerbild 2009 auf den Punkt bringen.“ Ein Stück von ihnen steckt wohl in jedem Mann, sagt Verhoeven. Dass sein Film in Berlin gedreht wird, ist für Kirsten Niehuus, die mit dem Medienboard Berlin-Brandenburg einen Teil der Finanzierung übernimmt, ganz logisch: „Hier schlagen die Männerherzen höher.“

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