Berlin : Die bewachte Bombe

In Schmargendorf wurde eine russische Fliegerbombe entdeckt. Entschärft wird sie erst am Montag.

Tanja Buntrock/Moritz Herrmann
Fund mit Folgen. Ein Polizeifeuerwerker untersucht die Bombe auf der Baustelle in der Hubertusallee in Schmargendorf. Foto: dpa
Fund mit Folgen. Ein Polizeifeuerwerker untersucht die Bombe auf der Baustelle in der Hubertusallee in Schmargendorf. Foto: dpaFoto: dpa

Das Baugrundstück ist mit hohen Zäunen abgesperrt. Dahinter stehen zwei verlassene Bagger, davor ein Streifenwagen. Zwei Beamte sitzen darin, die rechte Fahrertür haben sie offengelassen, falls jemand nachfragt. Doch bislang fragen nur Journalisten nach. Denn hier in der Schmargendorfer Hubertusallee wurde am Donnerstagmittag eine 500 Kilogramm schwere russische Fliegerbombe gefunden, bei Bauarbeiten zu einem Einfamilienhaus in Höhe Herthastraße.

Der Kampfmittelräumdienst hat die Situation bereits geprüft, heißt es. Die Spezialisten hätten entschieden, dass die Bombe erst am Montag entschärft wird, sagt ein Sprecher. Der Grund: In der Umgebung befinden sich viele ältere Menschen in Alten- und Pflegeheimen. „Die kann man nicht einfach ganz schnell mal irgendwo anders unterbringen", sagt der Sprecher. Hierzu bedürfe es einer Koordination mit der Feuerwehr, die die Transporte mit dem Krankenwagen macht. Zudem müssten Unterkünfte für die Betroffenen organisiert werden

„Die Bombe selbst ist sicher und stellt keine Gefahr dar, so lange daran nicht herum geschraubt wird", sagt der Polizeisprecher. Damit nichts passieren kann, werde der Weltkriegsfund aber ab sofort bis Montag bei Tag und Nacht bewacht. Im Seniorenklub gegenüber der Fundstelle hat Leiterin Eva-Christine Carpentier schon ein paar Sorgen. Wenn am Montag komplett dicht gemacht werden müsse, entfallen mindestens 20 Kurse, sagt sie. Das beträfe rund 200 Leute.

Laut Polizei müssen alle Häuser im Umkreis von 400 Metern evakuiert werden. Darunter befindet sich neben der Seniorenresidenz auch eine Schule. Alle Betroffenen würden über Einzelheiten und zu Fragen, wie sie sich auf Montag vorbereiten sollen, von der Polizei unterrichtet. Tanja Buntrock/Moritz Herrmann

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