Berlin : DIE BLATTSAUGER

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Als ob die Miniermotte der Natur nicht schon genügend zusetzen würde. Jetzt fürchten die Biologen in Berlin neue Schädlinge.

Die Lindenminiermotte: „In diesem Jahr werden wir die ersten dieser Exemplare wohl in der Stadt haben“, sagt PflanzenschutzamtChef Holger Schmidt. Dieser Schädling machte seinen Weg bislang über Japan, Russland, Polen und Tschechien bis nach Brandenburg. Verfolgt man seine bisherige Route, so ist so gut wie sicher, dass er in diesem Sommer Berlin erreicht. Schwacher Trost der Fachleute: Die Lindenmotte frisst sich erst ab dem Spätsommer durchs Blattwerk – und ist nicht ganz so gefräßig und vermehrungsfreudig wie die Kastanienminiermotte.

Die Wollige Napfschildlaus : Sie legt einen klebrigen, weißgrauen Belag wie eine Pelzjacke um den Stamm der Linde. Die Laus saugt an der Rinde und nimmt ihr so ihren Lebenssaft. Das ist in Berlin und im Umland schon passiert – zuletzt im Schlosspark Charlottenburg, in Kaulsdorf und in der Imchenallee in Kladow. Ob auch die Bäume Unter den Linden bald klebrig benetzt sein werden, muss man abwarten, sagen die Experten. Zuletzt hat die Wollige Napfschildlaus Parks in Bonn ruiniert.

Die Erzwespe: Sie ist der natürliche Feind der Miniermotte, also eigentlich ein Nützling. Schweizer Wissenschaftler wollen sie in Massen gegen die Mottenbrut einsetzen. Nachteil: Das Insekt frisst nicht nur Motten-, sondern auch Schmetterlingspuppen.

Bleibt die Frage, warum neue Schädlinge plötzlich die Bäume der Großstädte bedrohen. „Eine Folge der Globalisierung“, sagt Holger Schmidt. „Den asiatischen Holzbockkäfer haben wir durch Transportverpackungen aus Brettern über Baumärkte in unsere Breitengrade eingeschleppt.“ kög

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