Berlin : Die Brache ist gefragt

Neben Metro wollen viele kleinere Unternehmen auf das alte Bahngelände am Ostbahnhof

Matthias Oloew

Nicht nur der Metro-Konzern möchte in die Nähe der neuen Anschutz-Halle. Auch für andere, kleinere Gewerbebetriebe ist der Standort am Ostbahnhof interessant. Außerdem soll im Bebauungsplan des Bezirksamts Friedrichshain- Kreuzberg auch der Standort des BKA- Zelts und des Techno-Clubs Ostgut gesichert werden. Doch um die Pläne gibt es, wie berichtet, Streit. Baustadtrat Franz Schulz (Grüne) sagt: „Ich habe den Eindruck, die Bezirksverordneten hat der Mut, den sie bei den Anschutz-Plänen südlich der Bahntrasse bewiesen haben, jetzt verlassen.“

Für die Anschutz-Arena rechnet Schulz in den nächsten Wochen damit, den Bauvorbescheid erteilen zu können. Damit gäbe es baurechtlich für die Arena kein Hindernis mehr.

Das Bauamt Friedrichshain-Kreuzberg und nicht der Senat ist für die riesigen Baupläne zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße zuständig. Der neue Bebauungsplan ist noch größer als die ohnehin schon enorme Fläche des Anschutz- Areals. Mit diesem Plan sollen nach dem Willen des Bezirks auch die weitgehend brachliegenden Güter-Gleise nördlich der Bahntrasse entwickelt werden – größtenteils als Gewerbegebiet.

„Wir haben im Bezirk eine Nachfrage nach Gewerbeflächen, die wir nicht befriedigen können“, sagt Schulz. Er nennt als Beispiel die Friedrichshainer Firma Freudenberg. Der Autozulieferer produziert im Schichtbetrieb im Wohngebiet nahe dem Boxhagener Platz Autoteile. „Die Firma möchte expandieren“, so Schulz , „und wir müssen entsprechende Flächen vorhalten, wenn wir vermeiden wollen, dass der Betrieb abwandert.“ Andere Firmen, die in Hinterhöfen produzieren, suchten nach Flächen, um zweckmäßige Gebäude errichten können.

Ebenfalls baurechtlich gesichert werden sollen die neuen Standorte für das BKA-Zelt und den Techno-Club Ostgut. Noch wird in dem alten Bewag-Kraftwerk, in das der Club eingezogen ist, gebaut, obwohl in der Panorama- Bar schon seit einigen Wochen Partys gefeiert werden. Das Ostgut plant, Mitte Dezember komplett wieder zu öffnen.

Gegen den Bebauungsplan hat auch die SPD nichts, die in Sachen Metro auf eine andere Parkplatz-Lösung drängt. „Wir haben die Beschlüsse mitgetragen“, erklärt der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Fraktion, Clemens Teschendorf. Die Partei hofft, durch eine andere Lösung die geplante Grünfläche vergrößern zu können. Für Baustadtrat Schulz ist das illusorisch.

Die schraffierte Fläche zeigt den Bebauungsplan des Bezirksamts am Bahngelände in Friedrichshain. Hellrot ist das geplante Gewerbegebiet , dunkelrot die Fläche, die für den Metro-Markt vorgesehen ist. Grün ist der geplante Park an der Helsingforser Straße. Für den Techno-Club Ostgut und das derzeit in der Insolvenz steckende BKA-Zelt ist ebenfalls Platz auf einer eigenen Sonderfläche. oew

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