Berlin : Die Brüder Grimm in Berlin – eine Ausstellung

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Die zweite Berliner Wohnung in der Dorotheenstraße 47 hat den Gelehrten kein Glück gebracht. Innerhalb der Stadtmauern fanden es Jacob und Wilhelm Grimm zu laut und trubelig, ihrem Gelehrtendasein ganz und gar unangemessen. Und auch der Hauswirt, ein gewisser Baumeister Mertens, erwies sich als ausgefuchster Miethai, der während der Reise der Brüder zur Germanistenversammlung in Frankfurt am Main 1846 einen Streit mit Wilhelms Frau Dortchen provozierte und den beiden Familien kündigte. Offenbar glaubte er, die Wohnung teurer vermieten zu können.

Der Anlass der neu eröffneten Ausstellung „Die Brüder Grimm in Berlin“, bis 28. August im Foyer und 1. Stock der HumboldtUniversität, Unter den Linden 6, zu sehen, ist dagegen alles andere als banal: der 150. Jahrestag der Vollendung von Band 1 des „Deutschen Wörterbuchs“ von Jacob und Wilhelm Grimm. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Humboldt-Uni, der Grimm-Sozietät zu Berlin, der Akademie der Wissenschaften und des Museums Haldensleben. Interessant ist sie nicht allein für Sprachgelehrte, die sich der Geschichte der Germanistik verschrieben haben. Versucht wurde zugleich, das private und berufliche Leben der beiden Brüder erlebbar zu machen – mit Informationen ihrer drei Berliner Wohnorte, Originalmöbeln der Familie, Bildnissen, Büchern und Gegenständen des täglichen Lebens – und mit fotografischen Nachbildungen der Regale der Grimm-Bibliothek im Maßstab 1 : 1. Der Katalog zur Ausstellung (S. Hirzel Verlag Stuttgart) kostet 25 Euro. ac

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