Berlin : „Die Bürger haben resigniert“

Stimmen unserer Leser zur aktuellen Debatte

Monika Wulff[Tempelhof]

Stimmen unserer Leser zur aktuellen Debatte „Ihr Artikel spricht mir aus der Seele. Schön dass Sie sich der Schmuddelseite Berlins angenommen haben. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und wenn er stets nur Hässliches um sich sieht, bemerkt er es bald nicht mehr.

„Endlich nimmt eine viel gelesene Zeitung einmal kritisch und detailgenau Stellung zu der mutwilligen oder nur achtlosen, jedenfalls vermeidbaren Vermüllung und Vulgarisierung des Stadtbildes. Mit Ihrem Hinweis auf den darin liegenden „antibürgerlichen Zug“ geben Sie ein Stichwort für einen Erklärungsversuch. Das ehemalige Westberlin ist durch die „Alt-68er“ und ihre Nachfolger geprägt worden, deren neomarxistisch Weltanschauung mit antibürgerlichen Affekten Hand in Hand geht.

Im ehemaligen Ostberlin wurde das Bürgertum sowieso als Bourgeoisie jahrzehntelang propagandistisch diffamiert. Deshalb spielen in Berlin seit langem die bürgerliche Traditionen und Verhaltensweisen, Geschmackskriterien, Manieren, und Leitbilder für Bildung und Erziehung in weiten Kreisen eine geringere Rolle als etwa in München oder in Hamburg. Das sieht man der Stadt eben dann auch an.“ Hans-Georg Büttner, Wilmersdorf

„Die Bürgerinnen und Bürger der Hauptstadt registrieren zunehmend die Störungen der Öffentlichen Ordnung, Regelverletzungen und Verwahrlosung des Lebensraumes. Daraus ergibt sich ein Gefühl des Unwohlseins, der Unsicherheit. Vieles, was in den Beiträgen beschrieben wird, erreicht aber nicht die Qualität einer Straftat.

Anderes wird von den Bürgern gar nicht mehr zur Anzeige gebracht, weil sie resigniert haben, Nachstellungen und Bedrohungen der Beschuldigten fürchten müssen und viele Verfahren einfach eingestellt werden. Eine Erfahrung, die auch Polizeibeamte täglich machen. Die Gewerkschaft der Polizei kennt den Beschwichtigungsversuch der Politik. Die Menschen lassen sich aber nicht täuschen.“

Rüdiger Holecek, Bundesvorstand der Gewerkschaft der Polizei

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