Die Bundeskanzlerin in der Wahlkabine : Merkel hat in der HU-Mensa gewählt

Fast eine Minute blieb die Bundeskanzlerin in der Wahlkabine, rund 50 Journalisten haben sie genau beobachtet. Ihren Besuch hielt sie diesmal kurz.

Helke Ellersiek
Unverkennbar. Angela Merkel blieb rund eine Minute in der Wahlkabine.
Unverkennbar. Angela Merkel blieb rund eine Minute in der Wahlkabine.Foto: Helke Ellersiek

Die Kanzlerin hat gewählt. Mit ihrem Ehemann Joachim Sauer kam die Kanzlerin um 14.30 Uhr in ihr Wahllokal in der Mensa der Humboldt-Uni in Mitte, eine Wahlhelferin händigte ihnen ihre Stimmzettel aus. Dann verschwanden beide erst mal für fast eine Minute in der Wahlkabine. "Beeindruckend", staunte ein Wähler, der gleichzeitig ankam, angesichts des Presserummels im Wahllokal.

Etwa fünfzig Journalisten hatten ihre Kameras und Mikrofone vor dem Gebäude aufgebaut, noch mehr in der Mensa, in der sonst die Studenten mittagessen. Merkel und Sauer gingen dann zum Wahlvorstand, der noch ihre Namen im Wählerverzeichnis abhaken musste. "Was soll ich denn hier", habe Sauer dort gefragt, Merkel habe ihn dafür nur mit einem Blick bedacht und mit dem Kopf auf das Verzeichnis gedeutet, erzählt Wahlhelfer Rüdiger Reich danach lächelnd.

Klar kenne er beide auch ohne ihren Personalausweis. "Aber die Formalitäten halten wir hier nicht nur pro forma ein, das weiß auch Frau Merkel."

Anders als in den Vorjahren gab Merkel nach ihrer Stimmabgabe kein Statement mehr ab.
Anders als in den Vorjahren gab Merkel nach ihrer Stimmabgabe kein Statement mehr ab.Foto: Helke Ellersiek

Der Besuch sei diesmal sehr kurz für ihre Verhältnisse gewesen, sagt der 84-Jährige, der schon seit 16 Jahren Wahlvorstand im Wahllokal Mensa-Süd ist und das Spektakel schon kennt. Er war schon bei Schröders Abwahl hier, als Merkel ihre Stimme abgegeben hatte, bevor sie dann Stunden später Wahlsiegerin wurde. "Sonst sagt sie immer noch ein bisschen was, lässt sich länger fotografieren und befragen, und sagt dann kurz 'Jetzt ist's auch genug', wie es so ihre Art ist."

Reich führt die Kürze des Besuchs auf Sicherheitsbedenken zurück, wobei die auch nicht allzu hoch seien: "Kontrolliert werden wir hier nicht." Am Eingang hatte es für niemanden Sicherheitskontrollen gegeben.

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