• Die BVG bekommt einen vierten Mann in den Vorstand 44-Jähriger mit Erfahrung als Sanierer wird neuer Chef

Berlin : Die BVG bekommt einen vierten Mann in den Vorstand 44-Jähriger mit Erfahrung als Sanierer wird neuer Chef

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Der BVG-Vorstand wird auf vier Mitglieder erweitert. Neuer Vorstandsvorsitzender des defizitären Verkehrsbetriebs wird der 44-jährige Andreas Graf von Arnim. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), begründete die Berufung mit der „Führungserfahrung und den Sanierungserfolgen“ von Arnims in verschiedenen Unternehmen. Damit sei er bestens geeignet, die BVG auf ihrem Weg in die internationale Wettbewerbsfähigkeit auf das richtige Gleis zu bringen. Die BVG war seit dem Wechsel von Rüdiger vorm Walde zu den Österreichischen Bundesbahnen vor einem Jahr mit drei Vorstandsmitgliedern ausgekommen.

Als Sprecher des Vorstandes fungierte bisher Hilmar Schmidt-Kohlhas, im Vorstand zuständig für das Personal. Er hatte sich auch um den Vorstandsvorsitz beworben und war dabei von den Arbeitnehmervertretern unterstützt worden. Sie akzeptierten aber trotz prinzipieller Vorbehalte gegenüber einer externen Besetzung von Arnim als neuen Chef der BVG, sagte Sarrazin gestern nach der Entscheidung. Die Arbeitnehmervertreter wollten es bei drei Vorstandsmitgliedern belassen.

Wenn kein Vertrag vorzeitig aufgelöst wird, bleibt es zunächst bei dem aufgeblähten Gremium. Der Vertrag von Schmidt-Kohlhas läuft Ende des Jahres aus. Er soll nach bisherigen Überlegungen verlängert werden. Die Verträge der anderen Vorstandsmitglieder, Hans-Heino Dubenkropp (Betrieb) und Joachim Niklas (Finanzen), enden Anfang 2004. Bei den Mitarbeitern will die BVG den Personalabbau dagegen fortsetzen. Seit der Fusion mit den Ost-Berliner Verkehrsbetrieben hat die BVG die Zahl der Mitarbeiter um mehr als die Hälfte reduziert.

Trotzdem gab es in der Politik Zweifel, ob sich das Unternehmen bis 2008 selbst sanieren kann. Mit in Schwierigkeiten steckenden Unternehmen hat der neue Vorstandschef Erfahrung. Unter seiner Leitung musste das norddeutsche Unternehmen Micrologica AG Insolvenz beantragen. Geordnet, wie von Arnim betont. Der Betriebswirt war zuvor unter anderem bei der Unilever-Gruppe, der Unternehmensberatung McKinsey, dem DKV Euroservice, Raab Karcher und der Lexlinkline AG beschäftigt. Klaus Kurpjuweit

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