Berlin : Die BVG erfindet sich neu

Von Sonntag an gibt es veränderte Linien, und schon bald ein überarbeitetes Tarifsystem

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In wenigen Tagen wird es eine fast völlig neue BVG geben. Der Verkehrsbetrieb startet am Sonntag sein neues Linienkonzept „BVG 2005 plus“, das für viele Fahrgäste erhebliche Veränderungen bringen wird – positive, aber auch negative. Intern müssen sich die Mitarbeiter nicht nur auf das neue Netz einstellen, sondern auch auf neue Arbeitgeber. Der Verkehrsbetrieb verkauft seine 14 BVGReisemärkte in den U-Bahnhöfen an den Marktführer Lekkerland-Tobaccoland, der daraus „U-Stores“ macht, und hat sich von seinem U-Bahn-Fernsehen getrennt.

Zudem stellt der Verkehrsbetrieb heute auch die Weichen für die künftige Tarifstruktur. Die Preise sollen zwar erst im August 2005 erhöht werden, doch heute soll der Aufsichtsrat beschließen, dass es das 10-Uhr-Ticket sowie die Geschwisterkarte für Schüler zumindest bis Ende Juli geben wird. Vertraglich laufen beide Angebote vorher aus. Auf der Kippe steht noch, ob auch das Sozialticket zum Preis von 32 Euro zum 1. Januar wieder eingeführt wird. Der Vertrag wurde gestern – unter Vorbehalt - unterzeichnet.

Mit dem neuen Linienkonzept der BVG sieht Berlins Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) die Chance, weitere Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr hinzuzugewinnen. Für die Sanierung der BVG reiche eine Angebotssteigerung allerdings nicht aus, sagte Junge-Reyer bei der Beantwortung einer Grünen-Anfrage gestern im Parlament. Die BVG müsse ihre Personalkosten senken statt „an der Tarifschraube“ zu drehen.

Bereits in den vergangenen Jahren sei der öffentliche Nahverkehr attraktiver geworden zum Beispiel durch Ampel-Vorrangschaltungen für Busse. Bis Ende 2005 sollen rund 530 der 2000 Ampeln in der Stadt damit ausgestattet werden. Seit 2002 habe das Land rund 8,5 Millionen für schnellere Busverbindungen und über drei Millionen Euro für die Straßenbahn investiert. Im kommenden Jahr will der Senat einen Nahverkehrsplan bis 2009 verabschieden. kt/sib

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