Berlin : Die BVG will die Überwachung der U-Bahnhöfe verstärken

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Die BVG will auch ohne ständig präsentes Personal auf den Bahnhöfen die Sicherheit in den Stationen erhöhen. Deshalb werde die Zahl der Mitarbeiter im Bereich "Service und Sicherheit" deutlich gesteigert, kündigte gestern der Sicherheitsbeauftragte der BVG, Hans-Jürgen Förster, gegenüber dem Tagesspiegel an. Allein rund 200 bisherige Zugabfertiger, die bisher auf den Stationen der U 7 (Rudow-Rathaus Spandau) eingesetzt waren, sollen das "Service & Security-Team" der BVG verstärken, das von derzeit etwa 800 auf rund 1200 Mitarbeiter erweitert werden soll.

Fahrgäste würden zwar nur selten Opfer einer Straftat, sagte Förster, sie fühlten sich aber häufig belästigt, räumte der BVG-Sicherheitschef ein, der früher bei der Polizei arbeitete. Auf vielen Bahnhöfen gehört es inzwischen zum Alltag, dass dort mit Drogen gehandelt wird - in aller Offenheit. Häufig müssen sich Fahrgäste ihren Weg durch einen Pulk von meist ausländischen Jugendlichen bahnen, die im Bahnhof auf Kunden warten. Auseinandersetzungen in der Szene sind häufig, und es werden dabei auch Waffen gezückt.

Problembereiche für die BVG sind hier die Abschnitte auf der U 1/U 15 zwischen Gleisdreieck und Nollendorfplatz, der U 8 zwischen Alexanderplatz und Osloer Straße mit dem Schwerpunkt Gesundbrunnen sowie die kleineren Bahnhöfe zwischen Kottbusser Tor und Leinestraße und die U 9 zwischen Leopoldplatz und Spichernstraße mit den Schwerpunkten Zoo und Kurfürstendamm. Hinzu komme der Bahnhof Halemweg, wo nach Schulschluss ein reger Handel unter Schülern stattfinde.

Die BVG könne im Prinzip nur versuchen, der Szene den Aufenthalt "durch Bewegung" unbequem zu machen, sagte Förster. Wenn die Rauschgifthändler bei Kontrollen einen gültigen Fahrschein vorweisen, könne man sie nur auffordern, auch mit dem nächsten Zug zu fahren. Das letzte Mittel sei dann das Hausrecht mit einem Hausverbot. Die Polizei könne nach dem Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz sogar weiträumige befristete Aufenthaltsverbote aussprechen, was auch praktiziert wird. Eine generelle Überwachung mit Kameras auf allen Bahnhöfen sei zu teuer, sagte Förster.

Dass es auf einigen U-Bahnhöfen Probleme gibt, räumt auch die Polizei ein. Taktisch sei es aber unsinnig, deshalb dauerhaft mit Beamten präsent zu sein. Auch die Polizei setzte darauf, die Szene zu verunsichern. Auf den Problembahnhöfen finden häufig Überprüfungen statt. Am Ende verlagere sich der Handel dann aber nur, sagte ein Beamter resignierend.

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