Berlin : Die Charité-Seelsorgerin

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Ingrid Hamel, 53

Beruf

Pastorin

Alltag

Wenn ein Patient hadert mit seiner Krankheit, wenn er Angst hat oder verzweifelt ist, dann kommt Ingrid Hamel zu ihm. Sie trägt Poloshirt, Jeans und flache Schuhe, nicht sehr kirchlich, aber die Wege in der Charité sind lang. Meist gehe es nur ums Zuhören, sagt sie, damit die Kranken merken, dass sie nicht allein sind. Insgesamt sind es fünf Seelsorger in der Charité, die für unterschiedliche Stationen zuständig sind. Ingrid Hamel hat lange auf der Krebsstation gearbeitet, jetzt ist sie in der Gynäkologie, oft bei Frauen, die kranke oder tote Babys im Bauch haben. Das Leben hat ihnen eine Wunde geschlagen, sagt Ingrid Hamel ihnen dann und dass sie helfen wollte, die Wunde zu reinigen, damit sie verheilen kann. Sie erzählt von einer 21-jährigen Krebspatientin. Sie starb im Krankenhaus, doch vorher bekam sie noch ein Baby, und Ingrid Hamel hat das Mädchen betreut. Man merkt, der Fall hat sie sehr mitgenommen, die Seelsorger werden selbst auch psychologisch betreut. Immer sonntags gibt es im Raum der Stille Gottesdienste. Predigten hält Ingrid Hamel da aber selten. Es sind mehr Gespräche. Foto: Mike Wolff/Text: ari

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