Berlin : Die City-West hat keine Managerin mehr

Cornelia Priess verlor überraschend ihren Job als Geschäftsführerin Neuer Vereinsvorstand soll die Vermarktung des Boulevards vorantreiben

Cay Dobberke

Nach dreieinhalb Jahren hat sich die Arbeitsgemeinschaft City überraschend von ihrer Geschäftsführerin und „Citymanagerin“ Cornelia Priess getrennt. Der knapp 140 Mitglieder starke Verein für Händler und andere Gewerbetreibende rund um den Kurfürstendamm hatte die ehemalige Galeristin engagiert, um die westliche Innenstadt besser zu vermarkten. Doch seit Jahresbeginn ist die Zusammenarbeit beendet, wie beide Seiten gegenüber dem Tagesspiegel bestätigten. Die Gründe für die Vertragsauflösung sind unklar.

Künftig will der ehrenamtliche Vereinsvorstand ohne bezahlte „Citymanager“ auskommen. „Dafür wird der Vorstand von fünf auf neun Mitglieder vergrößert“, sagte gestern der Geschäftsführer des Kurfürstendamm-Karrees, Peter Ristau. Anders als in den vorigen Jahren solle es auch wieder einen Vorstandsvorsitzenden geben.

Als aussichtsreicher Kandidat gilt nach Tagesspiegel-Informationen der Direktor des Hotels Palace Berlin, Kurt Lehrke. Laut Vorstandsmitglied Ristau sollen die Wahlen in wenigen Wochen stattfinden. „Wir wollen keine Frühstücksdirektoren, sondern Leute, die sich ins Tagesgeschäft einmischen.“ Auch der Beirat des Vereins werde erweitert. Ristau spricht von einem „Neuanfang“ in der 25-jährigen Geschichte der AG City.

Mitte 2000 hatte der Verein erstmals eine Citymanagerin beschäftigt, die aber schon nach einem dreiviertel Jahr aufgab. Die Nachfolgerin Cornelia Priess ist über die Umstände ihrer Kündigung irritiert, will aber „keinen Streit anfangen“. Bereits Ende November, als die Kündigung ausgesprochen wurde, habe der Vorstand sie „von heute auf morgen“ freigestellt. Niemand habe jedoch einen Grund genannt. Jetzt sucht die 34-Jährige einen neuen Job. Zu ihren Erfolgen bei der AG City zählt sie die bessere „Vernetzung“ mit anderen Institutionen und Behörden. Auch innerhalb des Vereins sei der Zusammenhalt gestärkt.

Dagegen war die Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung auf dem Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße eine der schwersten Aufgaben. Lange blieb die Suche nach Geldgebern hinter den Erwartungen zurück; der Verein musste hohe Summen zuschießen. Immer wieder ärgerte sich Cornelia Priess über „Trittbrettfahrer“ unter den Anrainern, die profitierten, aber keinen Eigenbeitrag leisteten. Dieser Vorwurf galt besonders Hausbesitzern und Filialketten. Erst im Vorjahr gelang es, die Firma Wall als Sponsor der Weihnachtsbeleuchtung zu gewinnen.

Umstritten blieb das Kurfürstendamm-Fest. „Das Niveau hat sich gesteigert“, findet die Ex-Citymanagerin. Doch die Händlerbeschwerden über Umsatzverluste und den Ramschverkauf rissen nicht ab. Künftig wird das Ku’damm-Fest wohl verkleinert, weil die Einnahmen nicht mehr für die Weihnachtsbeleuchtung gebraucht werden.

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