Berlin : Die da oben

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VON TAG ZU TAG

Gerd Appenzeller über den Abbau

von Personal an der falschen Stelle

Mit dem öffentlichen Dienst ist es wie mit einem Eisberg. Man sieht nur einen Teil von ihm, sicherlich nicht nur ein Siebtel, wie beim Eisberg. Aber auch beim öffentlichen Dienst ist ein nennenswerter Prozentsatz unsichtbar. Wenn Sie sich zum Beispiel darüber ärgern, dass zu wenig Polizisten auf der Straße unterwegs sind, denken Sie immer daran: Polizisten werden von Oberpolizisten verwaltet. Und wenn in der Schule Stunden ausfallen, weil Lehrer fehlen, erinnern Sie sich bitte: Lehrer werden von Oberlehrern verwaltet. Auch bei der BVG ist es so. Wir haben zu wenig Bus und U-Bahn-Fahrer, aber die werden eben… genau.

Erstaunlicherweise wird, wenn gespart werden muss, immer nur der sichtbare Teil des Eisbergs kleiner. Die Polizei hat sich an der obersten Spitze reformiert, sie hat beim Fußvolk deutlich gespart, aber in der Polizeiverwaltung lebt es sich immer noch gut. Das Landesschulamt gibt es nicht mehr, aber die lähmende Schulverwaltung ist immer noch der Albtraum vieler Lehrer. Die Geschäftsführung der Berliner Verkehrsbetriebe will es jetzt besser machen und in der Verwaltung der BVG prozentual so viel einsparen wie beim fahrenden Personal. Das klingt gut, aber auch dann kommt immer noch auf zehn BVGler, die das tun, was wir als Fahrgäste erwarten, einer, der die zehn verwaltet. Und der eine, gleich, ob wir ihn nun Oberpolizist, Oberlehrer oder Oberfahrer nennen, ist nicht nur vom Unternehmenszweck her unproduktiv. Er verdient auch noch besonders gut. Und das ist gar nicht gut.

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