Berlin : Die Dealer am Knast machen einfach weiter

Kleingartenbesitzer Oliver B. ist sich sicher: „Die kriminellen Drogenkuriere werden sich nicht abschrecken lassen.“ Der 38-Jährige verfolgt seit Jahren die illegalen Drogenlieferungen von den Laubendächern über die Mauer der Jugendhaftanstalt Plötzensee. Auch am Donnerstagabend, als im Fernsehen der ARD-Beitrag über den schwunghaften Drogenhandel lief, „ging es hier in der Kleingartenanlage wieder hoch her“, berichtet er. Die jungen Männer seien wie so häufig auf die Dächer geklettert und hätten dann ihre Päckchen und Beutel über die Mauer geworfen. Auf diese Art transportieren sie, wie berichtet, Drogen und Handys in den Jugendknast. Am Freitagmorgen habe er, sagt Oliver B., erneut drei der typischen „Wurfvorrichtungen“ in der Kleingartenkolonie am Saatwinkler Damm gefunden. Das sind eingeweichte Toilettenpapierknäuel, an denen Fäden hängen. An diese knoten die Kuriere die Schmuggelware, so dass die Insassen sie an der Schnur bis in ihre Zelle ziehen können. Die Polizei sei nirgends zu sehen gewesen, sagt der Kleingartenbesitzer. Dem widerspricht die Polizei und betont, dass sie in dem Gebiet „unterwegs“ ist. Dies sei auch am Donnerstagabend der Fall gewesen. Die Beamten würden das Gebiet „gezielt zu den tatrelevanten Zeiten“ beobachten und stünden in engem Kontakt mit der Haftanstalt, hieß es. Ob es Festnahmen gab, wollte die Polizei gestern nicht beantworten.

Viele der Laubenbesitzer trauen sich offenbar gar nicht mehr, die Polizei zu rufen. Einige seien, sagt Oliver B., schon von Kurieren bedroht worden: „Wenn du Ärger machst, dann zünden wir deine Hütte an.“ tabu

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