• Die Echo-Gala bleibt in Berlin – zieht aber um Musikpreis-Verleihung verlässt das ICC.

Berlin : Die Echo-Gala bleibt in Berlin – zieht aber um Musikpreis-Verleihung verlässt das ICC.

Sie soll exklusiver werden – und volksnäher

Marc Neller

Die Nachricht liest sich so: Der „Echo 2005“ wird am 2. April 2005 im Estrel Convention Center vergeben. Der Echo ist jener Musikpreis, der mit den Brit-Awards um den Rang als zweitwichtigster Musikpreis nach dem Grammy konkurriert. Hinter der Nachricht steckt:

a) Zwar bleibt der „Echo“ in Berlin, zumindest ein weiteres Jahr. Die Veranstalterin, die Deutsche Phono-Akademie, hat Berlin den Vorzug vor München, Hamburg und Köln gegeben, wo man den Preis auch gerne vergeben hätte. „Ausschlaggebend waren die Rahmenbedingungen und das Geld“, sagt Gerd Gebhardt, Vorstandsvorsitzender der Phono-Akademie.

b) Umziehen wird der „Echo“ trotzdem: vom ICC, wo der Preis seit 2000 vergeben wurde, ins Estrel Convention Center in Neukölln. Das Groß-Hotel an der Sonnenallee ist billiger und hat Erfahrung mit Großveranstaltungen: „Wetten, dass…?“ und Bambi-Galas. Der Produzent des „Echo 2005“, Werner Kimmig, hat die Bambi-Shows im Estrel produziert. Gerd Gebhardt begründet den Umzug zudem damit, dass „wir die Veranstaltung exklusiver machen wollen“. Zum Beispiel dadurch, dass man nicht nur die Räume verkleinert, sondern auch die Gästezahl: 3500 statt 4500. Beim ICC-Betreiber Messe heißt es, man freue sich, dass der Preis in Berlin bleibe. „Für eine exklusivere Veranstaltung ist der große Saal im ICC mit seinen 6000 Plätzen wohl weniger gut geeignet“, sagte Messe-Sprecher Michael Hofer.

c) Exklusiver soll die Echo-Verleihung werden, aber auch volksnäher. Es gibt mehr Platz für Fans. „Die ersten Reihen mit Ehrengästen stehen nicht mehr direkt vor der Bühne“, sagt Gebhardt. „Das Publikum kann besser reagieren, die Emotionen können besser überschwappen.“ Zuletzt wurde bemängelt, die Echo-Verleihung sei etwas blutleer gewesen.

d) Der Preis wird einen Monat später vergeben – in größerem Abstand zur Konkurrenzveranstaltung Brit-Awards und zur Berlinale. 2003 fiel der Termin der „Echo“-Gala mit dem letzten Tag der Berlinale zusammen. Das will man in Zukunft vermeiden.

e) Es wird womöglich eine Preis-Kategorie geben, die vor zwei Jahren undenkbar gewesen wäre: „Bester Download“. Er wolle das „nicht ausschließen“, sagt Gebhardt. „Mit den legalen Downloads geht es aufwärts.“ 2003 sagte er: „Wir haben ein desaströses Jahr hinter uns, die Leute kaufen weniger CDs, viele laden sich die Songs aus dem Internet runter.“

Alles anders also? Die Kriterien für den Wettbewerb bleiben. Wer am Ende einen „Echo“ erhält, bestimmt ein festes Regelwerk: Für jede Woche in den Charts bekommen die Künstler eine bestimmte Punktzahl. Weitere Punkte vergibt eine Jury aus Vertretern der Plattenindustrie.

Mehr im Internet unter

www.echo-deutscher-musikpreis.de

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