Berlin : Die Einfriedung des Parks ist umstritten

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In der "Formensprache" des Architekten Axel Schultes handelt es sich um das "Band des Bundes", andere nennen es ein "Mauermonstrum", und die Bundesbaugesellschaft spricht von einer Stützmauer. Es geht um die Einfriedung des künftigen Parks vom Bundeskanzleramt, die zum Beispiel schon von der Stadtbahn aus zu sehen ist als eine Betonmauer. Hinter ihr türmen sich am Moabiter Werder Sandberge. Die Mauer wird in ihrem jetzigen Zustand als befremdlich angesehen, erweckt auch Erinnerungen an den unseligen Ost-Berliner Mauerbau.

In einem Zeitungsbericht wurde jetzt von angeblichen Sicherheitsbedürfnissen des Bundesgrenzschutzes gesprochen. Die Höhe der Mauer wurde mit über fünf Metern angegeben. Dem widerspricht die Bundesbaugesellschaft: Nur 4,08 Meter werde die Stützmauer hoch sein, die im übrigen in der Architekturplanung immer enthalten gewesen sei. Die Bundesbaugesellschaft, die Bauherrin des Regierungsviertels ist, sagte, der Architekt habe anfangs eine Natursteinmauer geplant, die aus Sparsamkeitsgründen in Beton gebaut werden musste. Diese Mauer stütze die Geländemodulation, sei aber nicht mehr Sicherheitserfordernis als jede Grundstückseinfriedung sonst auch.

Das entspricht auch dem, was die Pressestelle des Bundesgrenzschutzes sagte. Dort wollte man die in Presseberichten wiedergegebene anonyme Äußerung eines Grenzschutz-Mitarbeiters nicht gelten lassen, wonach in Berlin ein anderes "Bedrohungsszenario" als in Bonn bestehe. Der Grenzschutz ist für die "polizeiliche Umsetzung" der taktischen Sicherheit des Kanzleramtes zuständig. Über die Art der Einfriedung habe er nicht zu befinden, sagte der Pressereferent Ivo Priebe.

Die Bundesbaugesellschaft wies außerdem darauf hin, dass auch das Kanzleramt einen Zaun bekomme und zwar an der südlichen Seite. Die Mauer, die mit einer rasch wachsenden Pflanze verdeckt werde und keinen Beton mehr erkennen lasse, umfriede nur den Park des Kanzleramtes.

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