Berlin : Die "Eisvilla" am Wannsee soll vermietet werden

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Das Bezirksamt Tiergarten will die seit drei Jahren leer stehende "Eisvilla" am Wannsee an einen freien Träger vermieten. Strittig sind jedoch noch die anstehenden Sanierungskosten. Das Hochbauamt schätzt diese auf 1,35 Millionen Mark, die "Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen" (GFBM) nur auf etwa die Hälfte. Diesem günstigeren Voranschlag traut der Bezirk jedoch nicht. "Das ist zu niedrig berechnet", sagte Baustadtrat Porath gestern. Die Kosten muss zwar der Bezirk tragen, allerdings will Porath lieber eine fachgerechte Sanierung als ein Provisorium. Denn die Villa ist mit Schwamm verseucht. Gestern Abend wurde im Jugendhilfeausschuss diskutiert.

Künftig will Tiergarten die Villa am Wannsee nur noch in den Ferien als Kinderferienlager nutzen, ansonsten soll die GFBM sie nutzen, um arbeitslose Jugendliche zu qualifizieren. Das Erholungsheim wurde seit dem Krieg vom Bezirk genutzt, bis im Winter 1997 ein geborstenes Rohr das Haus unbewohnbar machte. Die meterlangen Eiszapfen an der Fassade brachten ihm den Beinamen "Eisvilla" ein. Ein - möglicher - Verkauf kommt für Tiergarten nicht in Frage. Zum einen würde der Erlös nahezu vollständig vom Land Berlin eingestrichen, zum anderen hat das Heim hohe symbolische Bedeutung. Denn alle Schüler des Bezirkes verbrachten dort früher die großen Ferien - auch Stadtrat Porath.

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