Berlin : Die Entscheidung ist gefallen: Das Metropol wird zur Arena

Treptower Kulturveranstalter erhalten den Zuschlag – die Fundus-Gruppe geht leer aus

Matthias Oloew

Das Metropol-Theater wird von den Machern der Arena in Treptow übernommen. Der Liegenschaftsfonds hat entschieden und sich für das Angebot von Arena-Chef Falk Walter und seinen Partnern ausgesprochen. Walter zahlt für das Haus eine Million Euro und will einen einstelligen Millionenbetrag in die Sanierung der Traditionsbühne an der Friedrichstraße stecken. Im Metropol soll es wieder Theater geben, geplant sind aber auch Konzerte und Clubabende.

Falk Walter und seine Kompagnons haben für die Übernahme eine eigene Firma gegründet, die „Admiralspalast GmbH“. Diese will nicht nur Kultur anbieten, sondern auch mit dem Kabarett Distel zusammenarbeiten. Unterstützung für die Admiralspalast GmbH gab es nicht nur aus der Stadtentwicklung- Wirtschafts- und Kulturverwaltung, sondern auch aus dem Bezirksamt Mitte. Alle haben im so genannten Steuerungsausschuss Sitz und Stimme, der darüber befindet, welche Immobilien des Landes zu welchen Konditionen verkauft werden sollen. An das Votum dieses Steuerungsausschusses ist der Liegenschaftsfonds gebunden.

Mit der Entscheidung hat Falk Walter zusammen mit seinen Partnern einen gewichtigen Konkurrenten aus dem Feld geschlagen. Anno August Jagdfeld, Chef des Immobilienfonds Fundus hatte sich ebenfalls für das traditionsreiche Theater interessiert und wollte auf der Bühne vor allem das Musical „Cabaret“ spielen lassen.

Die Arena in Treptow wächst mit dem Metropol zu einem der größten Kultur-Anbieter in Berlin. Neben der 7000 Quadratmeter großen Halle betreibt Walter auch das Restaurantschiff Hoppetosse, das vor der Arena ankert, sowie das Glashaus, in dem er vor allem Theater-Abende anbietet. Zusammen mit anderen betreibt er darüber hinaus die Discothek „Big Eden“ am Kurfürstendamm, die er erst im vergangenen Jahr von Alt-Playboy Rolf Eden übernommen hatte. Die Arena deckt somit ein großes Spektrum an Veranstaltungen ab – von Pop-Konzerten bis Club- Abenden. Mit diesem Know-how konnte er bei der Bewerbung glänzen.

Für das Metropol sieht Walter vor allem Theaterabende vor, wie die Produktionen „Caveman“, „Vagina-Monologe“ oder „Traumfrau Mutter“. „Diese Stücke laufen bei uns sensationell gut und wir können die Produktionen gar nicht so oft auf den Spielplan setzen, wie wir wollen“, erklärt Walter. Denn: Immer wieder ist die Arena als Konzerthalle gebucht, dann muss die Theatertruppe weichen. Außerdem, so Walter, gebe es eine große Nachfrage nach „kleineren Konzerte, wo die Gäste sitzen können.“ Er nennt als Beispiel Tom Waits, der als einer der letzten im alten Metropol spielte.

Bei der Entscheidung des Liegenschaftsfonds war nicht allein der Kaufpreis ausschlaggebend. Berücksichtigt werden musste auch, welches öffentliche Interesse am Metropol besteht und vor allem, welche künftige Nutzung politisch gewollt ist. Finanzsenator Thilo Sarrazin war mit seiner Forderung nach einem „ertragsmaximalen Verkauf“, egal, ob das Theater weiter bespielt wird oder nicht, offenbar nicht durchgedrungen. Zuletzt hatte sich Kultursenator Thomas Flierl wiederholt für eine kulturelle Nutzung des Metropols ausgesprochen.

Um das Metropol und die angrenzende Distel waren zuletzt noch fünf Bieter im Rennen. Die erneute Ausschreibung des Metropols war nötig geworden, nachdem der Musical-Konzern Stage-Holding das Haus an das Land zurückgegeben hatte. Stage waren nach eigenen Angaben die Sanierungskosten zu hoch.

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