Berlin : Die ersten Kronleuchter hängen: Humboldt-Forum zeigt historische Fotos

In der Humboldt-Box gegenüber dem Lustgarten ist die Zukunft Gegenwart: Riesige Kristalllüster und Kronleuchter hängen in den stucküberladenen, mit Gemälden und historischem Mobiliar ausgestatteten Räumen im alten Stadtschloss.

Die meterhohen Fotos zeigen, welch eine Aufgabe mit dem Schloss-Neubau bevorsteht, doch die Bilder von den Gemächern Ihrer Majestät werden erst dann lebendig und plastisch, wenn sich der Betrachter eine Stereo-Brille auf die Nase klemmt. „150 Jahre 3-D-Fotografie in Berlin“ ist der Titel einer Sonderausstellung in der Veranstaltungsetage im 4. Stock der Humboldt-Box am Schlossplatz. Hier sind die Ursprünge heutiger dreidimensionaler TV-Programme und Spielfilme zu sehen, es ist eben alles schon einmal dagewesen, und wie! 350 Alltagsszenen aus dem alten Berlin, Bilder aus dem Zoo, markante Gebäude und erotische Darstellungen aus den Brieftaschen unserer Urgroßväter sind zu bewundern, und dazu noch die Technik: 50 Kameras und 100 Betrachtungsgeräte, durch die man die Welt mit anderen Augen sieht. Sagt Peter Stajkoski, der seine Sammlung der 3-D-Fotografie im Infocenter ausstellt. Der vielgereiste Kybernetik-Dozent und Fotograf bekam vor 40 Jahren in einem Münchener Antikladen sein erstes Stereo-Betrachtungsgerät in die Hände und war so fasziniert, dass er zum 3-D-Sammler wurde. Mittlerweile füllen 25000 Bilder, 50 Kameras, 150 Betrachter und zehn Stereoautomaten zwei Wohnzimmer. Jetzt ist ein großer Teil davon in der Humboldt-Box zu betrachten, mit und ohne Brille, bis 29. August. Lo.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben