Berlin : Die ersten Polizeischüler fangen in Hamburg an

Schon 605 Berliner Azubis haben schriftlich Interesse angemeldet / Hansestadt hat „auf längere Sicht“ großen Bedarf an Polizisten

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In Berlins Polizeischulen lichten sich die Reihen, der Nachwuchs flüchtet. Die ersten beiden Azubis haben dem Werben des Hamburger Innensenators Ronald Schill jetzt stattgegeben und treten ihre Stellen in der Hansestadt schon im nächsten Monat an. Sie sollen geäußert haben, auch dann nach Hamburg wechseln zu wollen, wenn man ihnen plötzlich in Berlin doch noch eine Stelle anbieten würde. „Sie gehen auch aus Protest dagegen, wie man in Berlin mit den Leuten umgeht", sagte Schills Sprecher Hartmut Kapp dem Tagesspiegel gestern. Den zweiten Schub von 20 bis 25 Auszubildenden erwartet man an der Alster im Dezember, weitere rund 80 im März nächsten Jahres.

Von insgesamt 605 der Berliner Polizei-Anwärter lägen der Hamburger Innenbehörde „schriftliche Interessenbekundungen“ vor, sagte Kapp. Für 32 der angehenden Polizeibeamten und -beamtinnen habe man schon „eine verbindliche Einstellungszusage gegeben“ und mit 270 ein persönliches Gespräch geführt. In der nächsten Woche sollen weitere 100 Gespräche folgen. In Hamburg habe man auf „längere Sicht einen erhöhten Bedarf“ an Polizeibeamten, meint Kapp. Deshalb sei man bereit, den Berliner Nachwuchs „in jeder Phase der Ausbildung“ zu übernehmen. Entsprechende Konzepte lägen vor.

Erst vor wenigen Wochen hatte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) angekündigt, Polizeischüler, die ihre Ausbildung beendet haben, ab dem nächsten Jahr vermutlich aus Spargründen nicht in die Berliner Polizei übernehmen zu können. OD

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