Berlin : Die Existenzfrage

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Wie das ist, wenn die Existenz von Tierpark oder Zoo in Frage steht, haben Berliner Politiker vor drei Jahren erfahren. Allein schon die Vorstellung, Berlin müsste angesichts der Sparzwänge mit einem einzigen Zoo auskommen, führte zu einem Proteststurm. An Zoo (West) und Tierpark (Ost) lässt sich derzeit so wenig rütteln wie an den drei Opernhäusern der Stadt. Sie sind die Erbschaft der einstigen Teilung. Der Zoo, der als Aktiengesellschaft vom Land Berlin, das nur eines von 4000 Wertpapieren hält, gar nicht geschlossen werden kann, punktet mit seinem Alter (seit 1841), der Artenvielfalt (12 000 Tiere) und 35 Hektar City-Lage. Der Zoo hält das Stammkapital des Tierparks. Der ist mit einem Bestand von heute 10 000 Tieren vor 50 Jahren in Friedrichsfelde eröffnet worden – und mit 160 Hektar der größte Landschaftszoo Kontinentaleuropas. Millionen-Investitionen stehen in beiden an, der Tierpark braucht beispielsweise mehr Platz für die Raubkatzen, der Zoo will unter anderem die Nashörner besser unterbringen. Aber die großen Um- und Ausbaupläne sind derzeit wegen der Finanzlage unsicher. Der Zoo plant seit langem unter anderem einen Anbau fürs Aquarium mit Erlebnisrestaurant. Doch die nötigen zehn Millionen Euro fehlen. Hinzu kommt die Befürchtung, dass die geplante Schließung des Fernbahnhofs Zoo die Besucherzahlen um 10 Prozent sinken lässt. Über 60 Prozent der Gäste sind Touristen. Es gibt also weiterhin Grunde zur Sorge.C. v. L.

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