Die Fantastischen Vier zu Gast in Berlin : Apfelschorle mit Smudo und Michi Beck

Nun haben sie Silberstatus: Die Fantastischen Vier feiern 25-jähriges Bandjubiläum. In Kreuzberg stellten sie ihr neues Album und den Film "die Fantastischen Vier x 4" vor - und sprachen auch über die Zeit des Mauerfalls.

Jana Kugoth
Ihr seid fantastisch: Michi Beck und Smudo.
Ihr seid fantastisch: Michi Beck und Smudo.Foto: dpa

Die Haare sind kürzer und weniger geworden, die Lachfältchen dafür einige mehr. Zum Interview trinken die Rapper Apfelschorle. Die Fantastischen Vier werden 25 Jahre alt. Michi Beck und Smudo stellten am Dienstagabend in der Bar „Solar“ in Berlin-Kreuzberg ihr neues Album und den Film "Die Fantastischen Vier x 4" vor. Dafür haben sie sich einen besonderen Ort ausgesucht. Das Solar liegt im 17. Stock eines Hochhauses in der Stresemannstraße. Vor der Kulisse des Berliner Nachthimmels plaudern "die Fantas" mit der Berliner Presse.

Berlin spielt im Leben der vier Schwaben eine wichtige Rolle. 1996 gründeten sie hier ihr eigenes Label: "Four Music". Wie die Alben zuvor nahmen die Jungs auch ihre neue Platte deshalb wieder in ihrem Berliner Studio auf. Doch sie schätzen die Stadt nicht nur als kreativen Schaffensplatz. Michi Beck hat Stuttgart vor fast 13 Jahren den Rücken gekehrt und ist seitdem Wahl-Berliner. Zwar hat Beck der vielleicht größten schwäbischen Siedlung außerhalb Baden-Württembergs, dem Prenzlauer Berg, mittlerweile den Rücken gekehrt. Weit ist er aber nicht gekommen. Heute lebt er mit seiner Familie in Friedrichshain, und damit immer noch im ehemaligen Ostteil der Stadt. Der Schwabenhass in Prenzlauer Berg habe ihn genervt, sagt er.

25 Jahre Fanta 4, 25 Jahre Mauerfall

„Ich bin so sauer, dass ich nicht da war, als die Mauer noch stand“, sagt Michi Beck. Damals habe er andere Dinge im Kopf gehabt. Als die Bandgeschichte der Fanta Vier vor einem Vierteljahrhundert begann und im gleichen Jahr in Berlin die Mauer fiel, "habe ich mich darauf konzentriert, die neuesten Hip Hop-Scheiben aus den USA zu bekommen", erzählt Beck. "Ich war damals nicht so weitsichtig." Was 1989 in Berlin vor sich ging, war für die Jungs aus dem 500 Kilometer entfernten Stuttgart zu weit weg.

Seitdem hat sich viel getan in Berlin - und bei den Stuttgarter Rappern. Bei ihrem ersten Auftritt vor 40 Leuten standen sie auf einer selbst gebastelten Bühne aus Holzpaletten. In den frühen 90ern bis heute folgten Konzerte vor zehntausenden Fans auf der ganzen Welt. Selbstbewusst haben sie ihr neues Album zum silbernen Bandjubiläum deshalb „REKORD“ genannt.

Smudo glaubt:  „Die Wiedervereinigung war für uns ein Glücksfall. Plötzlich hatten wir doppelt so viele Zuhörer. Deutsch-deutsch war DAS Thema in den Medien. Klar, dass deutsche Musik gefragt war.“ Während sich in Berlin im Jubiläumsjahr des Mauerfalls alle mit der Vergangenheit beschäftigen, wollen die Fantas lieber nach vorne schauen. „Diese ganze Retrospektive ist echt anstrengend“, sagt Smudo. „Mir hat schon immer die Gegenwart am besten gefallen.“

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