Berlin : Die Farbe der Liebe

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Von Andreas Conrad

Null oder nicht Null – das ist hier die Frage. Und wenn doch Null, welche Farbe hat sie? Knapp unter Schwarz, wird vom Zeremonienmeister der Love Parade versichert, und das soll wohl Zuversicht signalisieren. Die Planetcom reiht sich damit in die endlose Reihe von Unternehmen ein, die in den letzten Jahren gerade so mit Ach und Krach über die Runden kamen – man gebe nur mal einer x-beliebigen Internet-Suchmaschine das Stichwort „Schwarze Null“ ein und staune. Recht einleuchten will der Null-Optimismus freilich nicht, löst er doch nur neue Fragen aus. Knapp unter Schwarz? Also grau. Aber ist es nun das berühmte frische Steingrau oder doch nur ein tristes Staubgrau? Und auch die Null will näher untersucht sein. Ist eine Null nicht vor allem ein Loch, in Verbindung mit der besagten Farbe also ein Schwarzes Loch? Man kennt derlei aus der Astrophysik als einen durch Gravitationskollaps in sich zusammenstürzenden Stern, der weitere Materie gleichsam ansaugt, auf dass sie auf Nimmerwiedersehen verschwinde. Eine, wie jeder zugeben wird, äußerst interessante Beschreibung des Status quo der Liebe: die Love Parade als gigantischer Staubsauger, in dessen Rüssel die Raver sich spurlos in eine schwarze Null auflösen. Also ins Nichts.

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